Die Treppe in Schwäbisch Hall ist zu einem Pilgerort für Theaterfans worden. Das lag an Achim Plato. Trotzdem hatte der langjährige Intendant der Freilichtspiele seine Probleme mit der Stadt.

Er wusste, wie es in Schwäbisch Hall zuging. Schließlich war Achim Plato schon mehrere Jahr als Assistent bei den dortigen Freilichtspielen im Einsatz – quasi als Mädchen für alles. Als der Intendant Wilhelm Speidel 1968 überraschend starb, machte man den 32-jährigen Plato zum Festspielchef – übergangsweise. Plato aber machte seine Sache so gut, dass er schon zwei Jahre später offiziell zum Intendanten ernannt wurde.

Es kamen neue Spielstätten dazu

Eine gute Entscheidung. Denn Achim Plato hat die Freilichtspiele Schwäbisch Hall zu einer wichtigen Adresse auf der Theaterkarte gemacht. Er setzte nicht nur wie andere Freilichtspiele auf prominente Namen, sondern hatte auch die künstlerische Qualität im Blick. Schon bald reisten auch die überregionalen Feuilletons an, um zu sehen, was und wie auf der legendären Treppe gespielt wurde. Unter Platos Leitung wuchsen die Freilichtspiele kontinuierlich. Von 1985 an wurde auf einer kleinen Treppe auch für Kinder gespielt, 1989 wurde der Theaterkeller am Hafenmarkt eröffnet, und als im Jahr 2000 dann auch noch das Haller Globe Theater dazukam, war der Ruf Schwäbisch Halls als Theaterstadt endgültig gefestigt.

Der Senior Plato wollte nicht in der Stadt seines Erfolges bleiben

Trotzdem packte Achim Plato sein Bündel, als er 2003 nach 35 Jahren als einer der dienstältesten Intendanten in den Ruhestand ging. Er kehrte in seine Heimatstadt Dresden zurück, weil die Haller ihn letztlich doch „nie als den Ihren angesehen“ hätten. Wie erst jetzt bekannt wurde, ist Achim Plato bereits am 30. Oktober mit 86 Jahren in Dresden gestorben, wo auch die Beisetzung an diesem Dienstag stattfindet. Er hat seinen Frieden gemacht mit dem Osten, obwohl er als junger Mann dort zwei Jahre in Stasi-Haft saß. 1955 zog Achim Plato nach Stuttgart und begann seine Theaterkarriere als Schauspieler und spielte auch in Österreich und in der Schweiz. Zu den Freilichtspielen Schwäbisch Hall sei er zunächst als „der Schlappenhannes von Speidel“ gekommen, wie Plato es gern nannte – um schließlich einer der erfolgreichsten Intendanten zu werden.