Adventskalender aus der Region Stuttgart Dieser Kalender riecht und klingt nach Ferrari

Von  

In der Zeit bis Weihnachten öffnen wir jeden Tag ein Türchen zu einem interessanten Ort in der Region Stuttgart. Am 16. Dezember gibt uns der Fotograf Günther Raupp einen exklusiven Einblick in seinen neuen Ferrari-Kalender – mit Ton und Geruch!

Ein neues Modell aus dem Hause Ferrari: der California T HS. Neue Modelle bekommt Raupp vom Autobauer zur Verfügung gestellt. Er fotografiert sie dann in der Gegend um Maranello. Foto: Günther Raupp 13 Bilder
Ein neues Modell aus dem Hause Ferrari: der California T HS. Neue Modelle bekommt Raupp vom Autobauer zur Verfügung gestellt. Er fotografiert sie dann in der Gegend um Maranello. Foto: Günther Raupp

Murr - Ein bisschen Leder, ein bisschen Benzin, dazu der unverwechselbare und ebenso undefinierbare Geruch eines Neuwagens – das ist für Günther Raupp der typische Duft eines Ferrari. Reifengummi oder Auspuff-Abgase – das passt gar nicht. „Wenn dann noch eine Note Lack-Politur“, sagt der Experte Raupp.

Raupp ist seit 34 Jahren der offizielle Fotografund Designer des Ferrari-Kalenders. Für den Jahrgang 2018 wollte Günther Raupp etwas Neues bieten: „Ein Kalender, der klingt und stinkt, das war schon immer ein Traum von mir“, sagt er. Nun hat er sich ihn erfüllt.

Ein Ferrari als „bewegliche Kunstwerke“

Der neue Kalender bietet also nicht nur extravagante Aufnahmen von unbezahlbaren Exklusiv-Modellen oder historischen Modellen des Sportwagenbauers, sondern auch Rubbelfelder, die bei Berührung den Ferrari-Duft à la Raupp freigeben. In einer App zum Kalender gibt es zusätzliche Detailaufnahmen der Boliden, kombiniert mit Audio-Aufnahmen von Fahrten der abgebildeten Autos. „Das ist ein Hörerlebnis, wie wenn man selbst im Auto sitzt“, sagt Raupp und gerät ins Schwärmen: „Das gelassene Brummen am Anfang, das Sound-Gewitter beim Schalten – mit einem Ferrari können Sie eine ganze Oper komponieren.“

Hier gibt es zwei der Tonaufnahmen zu hören:

 

Der 65-Jährige pflegt eine spezielle Beziehung zu den Sportwagen. Seit seiner Kindheit ist er der Marke verfallen. „Ferrari baut keine Autos, sondern bewegliche Kunstwerke“, sagt er. So setzt Raupp sie auch in Szene: mit funkelnder Karosse, das Objektiv meist auf Augenhöhe mit den Boliden, so dass die Fahrzeuge das Bild dominieren. Die Hintergründe, häufig mediterrane Landschaften oder luxuriöse Villen, wären an sich auch einen Blick wert, verschwinden aber angesichts der inszenierten PS-Pracht. Menschen, leicht bekleidete Frauen etwa, wie man sie von anderen Autokalendern kennt, sind auf keinem Bild zu sehen. „Die wären nur Konkurrenz für das Fahrzeug“, meint Raupp. Nichts soll vom Blick auf das Edel-Auto ablenken.

Ein Bild für 30 Tage

Bis Raupp ein Motiv perfekt in Szene gesetzt und ausgeleuchtet hat, vergeht schon mal ein halber oder gar ein ganzer Tag. Zeit, die einfach nötig ist. „Die Faszination für dieses Bild muss 30 Tage lang anhalten“, sagt er. Mit Schnellschüssen ginge das nicht. In diesem Jahr war die Produktion des Kalenders noch aufwendiger als sonst – es mussten ja noch die Tonaufnahmen und die Gerüche kreiert werden.

Die Kooperation mit einem dänischen Mikrofonhersteller ermöglichte die Ton-Aufnahmen. Raupp installierte rund ums Auto Mikrofone, der digitale Sechs-Kanal-Rekorder lag auf dem Beifahrersitz, während Raupp fuhr. Tonaufnahmen gibt es bislang allerdings nur von den neuen Ferrari-Modellen. Die Aufnahmen der historischen Fahrzeuge kommen in der Regel früher im Jahr dran – zu diesem Zeitpunkt war das Ton-Equipment aber noch nicht da.

Ein italienischer TV-Sender hat Raupp bei den Tonaufnahmen begleitet:

Auch beim Ferrari-Geruch war externe Hilfe nötig. Ein Anbieter aus Niederbayern mixte im Auftrag Raupps die Duftmischung. Zusammen mit seiner Frau tastete er sich über zahlreiche Versuche an den für ihn idealen Ferrari-Geruch heran. Die Idee mit dem Geruch hatte Raupp schon vor knapp 20 Jahren. „Damals standen aber nur Kaffee, Orangen, Tulpen oder Rosen zur Duftauswahl“, sagt er.

Auch wenn Raupp nun erstmal neue Standards für seinen Kalender gesetzt hat – auch preislich: das gute Stück kostet 80 Euro – das Ende der Fahnenstange soll das noch nicht sein. Mit Hilfe der App sind für den Fotografen auch Filme, interaktive Elemente oder dreidimensionale Modell-Ansichten der Fahrzeuge denkbar. „Mal schauen, was da noch so geht“, sagt Günther Raupp.

Der Künstler will einem Motto treu bleiben, das er sich vom Ferrari-Gründer Enzo Ferrari abgeschaut hat. Während es dem Italiener um seine Fahrzeuge ging, sind es bei Raupp seine Kalender: „Was ist der beste Kalender? Es ist immer der nächste.“

Info Die App „Ferrari CAL“ geht Anfang Januar 2018 online und soll zunächst kostenlos sein. Der Kalender ist auf 5000 Stück limitiert. Weitere Informationen gibt es unter www.raupp.com