Adventskalender aus der Region Stuttgart Im Tresorraum der Kreissparkasse

Von Harald Beck 

In der Zeit bis Weihnachten öffnen wir jeden Tag ein Türchen zu einem Ort in der Region Stuttgart, der sonst meist verschlossen ist. Am 21. Dezember erkunden wir die Kundentresorräume der Kreissparkasse Waiblingen.

Eine tonnenschwere Stahltür öffnet den Blick auf die Schließfächer. Foto: Jan Potente
Eine tonnenschwere Stahltür öffnet den Blick auf die Schließfächer. Foto: Jan Potente

Waiblingen - Es gibt Türchen, die öffnen sich quasi federleicht, es gibt aber auch andere Zugangskonstruktionen, die im Zweifelsfall einen höchst gewichtigen Grund darstellen nicht ins Innere eines Raums zu kommen. Zur Kategorie der letzteren zählen ohne Zweifel jene Stahlkolosse, die im Zweifelsfall die Zugängen zu den Kundentresorräumen der Waiblinger Kreissparkasse quasi bombensicher versperren. Gute zwei Tonnen wiegen die Türen, die auch in der Adventszeit des nachts und außerhalb der Sparkassen-Öffnungszeiten dafür sorgen, dass absolut niemand ins Allerheiligste der Bank eindringen kann, berichtet beim unterirdischen Adventstürchenbesuch der Vertriebsdirektor Privatkunden Matthias Stalter. Und gleich eine Warnung. „Wer diese Tür auch nur spaßeshalber von innen zu macht, kommt so schnell nicht mehr heraus.“

Schließt sich die Tür, dann rastet das Zeitschloss ein

Der Grund dafür ist die Zeitschaltuhr mit der dieses ganz spezielle Türchen zusätzlich zum Zahlencodeschloss ausgestattet ist. Die sorgt nicht nur dafür, dass der Zugang jeweils erst morgens kurz vor der Banköffnung wieder entsperrt werden kann. Die Schaltuhr rastet in der Regel auch jedesmal ein, wenn die Tür geschlossen wird. Nächste Öffnungschance: Anderntags zur üblichen Morgenöffnungszeit der Bank.

Also nichts mit abends kurz mal einsperren lassen, die Fächer mit vorzugsweise Gold, Schmuck und belastenden Dokumenten korrupter Politiker ausräumen und dann über – sagen wir mal, de Lüftungsschacht unerkannt das Weite suchen. Keine Maus kommt da durch irgendeinen Schacht und bei der filmreifen Vorstellung der bankraubenden Waiblinger Panzerknacker lächelt Stalter bloß amüsiert

Um nicht die nächsten 16 Stunden hinter dem massiven Adventskalendertürchen verbringen zu müssen, verzichten wir beim Besuch hinter dem stählernen Monstrum auf dessen leichtsinnige Schließung und lassen uns bei offenem Tresoraum-Verriegelungsmechanismus jenes Reich zeigen, in dem die privaten Reichtümer der Sparkassenkunden lagern. Sachlich und unspektakulär sind die beiden insgesamt vielleicht 80 Quadratmeter großen und mit kleinen Diskretionsräumen ausgestattet Tresorbereiche. An Wänden und in der Raumesmitte bieten sie insgesamt 2313 Tresorfächer in unterschiedlicher Größe, von denen immerhin etwa 2000 vermietet sind. Was da drin vor sich hin schlummert? „Keine Ahnung“, sagen die Bankleute, das sei schließlich reine Privatsache der Kunden. Und auch bei deren Besuch am eigenen Schließfach herrscht höchst mögliche Diskretion.

Gelagert werden oft auch wichtige Dokumente

Pin-Nummer zum Öffnen der gläsernen Eingangstür zum Tresoruntergeschoss und der Schlüssel fürs Schließfach, das ist nötig um an die eigenen Wertsachen zu kommen. Wichtige Dokumente seien oft in den Schließfächern, aber auch Gold oder wertvoller Schmuck, meint unser Tresorraumführer. Die mitgemietete Versicherungssumme liegt 10 000 Euro. Wer mehr an Wert verstaut, muss das separat versichern.

Ach ja, ein ganz besonderes Schließfach gibt es natürlich auch noch bei der Waiblinger Kreissparkasse. Das mit der Nummer 33, auf dem ein bunter Affenaufkleber prangt und doch noch etwas Farbe ins sachliche Tresorraum-Ambiente bringt. Dort endet regelmäßig die Schatzsuche der Kindergartengruppen oder Schulklassen, die zu Besuch in der Kreissparkasse sind. Mit einem Schatz natürlich – dessen Edelsteine rein monetär allerdings von überschaubarem Wert sind.