Adventskalenderverkauf im Kreis Böblingen Kinderschutzbund will in Not geratene Familien unterstützen

Ein ausdrucksstarkes Kunstwerk von Annette Rappold (links) ziert dieses Jahr den Adventskalender des Kinderschutzbundes. Reinhard Steinhübl hofft auf einen hohen Erlös. Foto: Stefanie Schlecht

Seit 2009 verkauft der Kinderschutzbund im Kreis Böblingen einen mit Gewinnchancen vollbepackten Adventskalender. Der Erlös des Kalenderverkaufs und des zu versteigernden Bildes soll für in Not geratene Familien investiert werden.

Böblingen: Martin Dudenhöffer (dud)

Auch wenn sich der Oktober derzeit von seiner goldenen Seite zeigt und Weihnachten fern scheint, wirft die Weihnachtszeit ihre Schatten voraus – zumindest beim Kinderschutzbund des Kreisverbands Böblingens. Wie schon in den 13 Jahren zuvor wird auch dieses Jahr der beliebte Adventskalender in teilnehmenden Stellen und Geschäften in Sindelfingen, Böblingen, Maichingen, Darmsheim, Waldenbuch und Holzgerlingen zu haben sein.

 

„Nachdem wir im vergangenen Jahr eine Auflage von 4000 hatten, haben wir dieses Jahr auf 3300 Stück reduziert“, erklärt Reinhard Steinhübl, Vorsitzender des Kinderschutzbundes im Kreis Böblingen. Der Kalender, der sechs Euro kostet und dessen Vorderseite ein Werk der Sindelfinger Künstlerin Annette Rappold ziert, steht vom 2. bis zum 27. November zum Verkauf. Rappold rückt bei ihrem ausdrucksstarken Gemälde große Probleme wie die Folgen der Coronapandemie und der Klimakrise, konkret Vereinsamung und Unsicherheit in den Fokus. Damit sollten die Herausforderungen, unter denen gerade die Kinder und Jugendlichen leiden, künstlerisch dargestellt werden. Wie in den Jahren zuvor erhoffen sich die Initiatoren auch 2022 wieder einen Run auf das kunstvoll bedruckte Stück. „Erfreulicherweise ist der Kalender kein Ladenhüter. Schon kurz nachdem er erhältlich ist, greifen die Menschen über die Verkaufsstellen zu“, ist Steinhübl zufrieden mit dem erreichten Beliebtheitsgrad. „Zu Beginn war der Verkauf durchaus mühsam. Das ist jetzt aber anders“, merkt der Verbandsvorsitzende an. Mit den Jahren sei der Adventskalender auch deshalb populärer geworden, weil sich der Kinderschutzbund durch seine Arbeit mit den Jüngsten in Freizeiten, Kursen, Hausaufgabenbetreuung oder der Begleitung von Kindern getrennt lebender Eltern einen Namen gemacht hat. „Man vertraut uns. Immer wieder kaufen Leute gleich mehrere Kalender.“ Für sechs Euro etwas Gutes für Kinder zu tun, sei doch nicht viel Geld – solche wohlwollende Rückmeldungen bekommt Steinhübl immer wieder zu hören.

Kinder in schwierigen finanziellen Umfeldern profitieren besonders

Im vergangenen Jahr hatte der Kinderschutzbund für seine Geschäftsräume in Böblingen und das Kinder- und Familienzentrum in Maichingen aus dem Erlös vier Luftfiltergeräte gekauft. Damit konnten Treffen und Kurse, die den Kindern zugute kommen, auch im Coronaherbst und -winter etwas sorgloser durchgeführt werden. In diesem Jahr, so der Vorsitzende, soll in das Projekt „Kinderlachen trotz(t) Armut“ investiert werden. Von den Finanzmitteln profitieren können dann Familien wie jene, die für ihre Kinder dringend neue Matratzen brauchen. „Mit den Erlösen können wir Menschen, die in Finanznöten stecken, unterstützen“, erläutert Steinhübl und fügt ein weiteres Beispiel an, bei dem die Einnahmen des Kalenders Positives bewirkt haben: „Wir hatten eine alleinerziehende Mutter, deren Kind eine Brille brauchte. Da sich die Mutter diese aber nicht leisten konnte, haben wir eine Brille gekauft.“

Win-Win-Situation mit Kalenderverkauf geschaffen

Wenn auch der Wohltätigkeitsgedanke an sich schon für viele Kaufanreiz genug ist, so wollen die Initiatoren gleichwohl noch eine Schippe drauflegen. Und so wird es – wie es sich für einen Adventskalender gehört – 24 Türchen geben. Hinter jedem Türchen verbergen sich Preise. Wessen Kalendernummer am betreffenden Tag gezogen wird, der erhält das hinterlegte Geschenk. Vom Besuch im Europa-Park, einen Kochkurs mit einem Profikoch über Gutscheine für Kleidung, Fitnessstudio, Kultur, Restaurants bis hin zu Digitalabos der im Kreis erscheinenden Zeitungen ist für jeden etwas geboten. Finanziert sind die 115 Gewinne im Wert von insgesamt 6000 Euro durch 49 Sponsoren.

Und da gerade die sozialen und finanziellen Auswirkungen der Coronapandemie auch im dritten Jahr noch nicht gänzlich verschwunden sind, hat sich der Kinderschutzbund für 2022 noch etwas Neues ausgedacht: „Wir haben das Kunstwerk von Annette Rappold erworben und möchten es versteigern. Mit diesem Erlös können wir dann wieder finanziellen Spielraum für Projekte schaffen“, so Reinhard Steinhübl. Pünktlich zum Kalenderverkaufsstart soll über die Website das Gemälde von Rappold an den Mann oder die Frau gebracht werden – Mindestgebot: 600 Euro. „Wir könnten uns hier eine Firma vorstellen, die das Bild ersteigert und es sich in die Geschäftsräume hängt“, sagt Steinhübl.

Der Adventskalender kostet sechs Euro und ist vom 2. bis 27. November zu kaufen. Die Verkaufsstellen finden sich auf der Website des Kinderschutzbundes unter https://www.dksb-bb.de/ . Die täglichen Gewinner gibt es auf derselben Website und täglich in der Kreiszeitung.

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