Ärger in Leonberg-Höfingen Laute S-Bahn: Anwohner werden nachts aus dem Schlaf gerissen

S-Bahn auf der Höfinger Brücke: Sie ist viel lauter als noch vor einigen Wochen. Foto: Simon Granville

Ein lautes Dröhnen nach Schienenschleifarbeiten plagt Anwohner im Höfinger Tal. Die Bahn reagiert zögerlich, eine Lösung für den Lärm ist nicht in Sicht.

Leonberg: Marius Venturini (mv)

Es rumpelt im Höfinger Tal. Genauer gesagt ist es ein extrem lautes, hohl klingendes Geräusch, das die Anwohner rund um die S-Bahn-Brücke über die Straße „Am Schlossberg“ auch nachts immer wieder aufschrecken lässt – stets dann, wenn ein Zug aus Richtung Stuttgart auf die Überführung donnert.

 

Das verwundert und verärgert die Anwohner. Einer von ihnen, der in unmittelbarer Nähe lebt und anonym bleiben möchte (Name ist der Redaktion bekannt), sagt: „Seit einigen Wochen ist das unendlich laut.“ Zudem wundert er sich: „Die Brücke ist erst vor ein paar Jahren saniert worden.“ Erklären konnte er sich den Krach zunächst nicht. „Das kam von heute auf morgen“, betont er. Und es sei kein Vergleich zu den normalen Geräuschen, die die S-Bahn nun mal verursache.

Austausch mit der Bahn zum S-Bahn-Krach bringt keine Besserung

Der Anwohner ist seit einiger Zeit im Austausch mit der Bahn – von der er sogar mehrere Rückmeldungen erhalten hat. Offenbar ist der Lärm die Folge von maschinellen Schleifarbeiten, die Anfang Februar an den Schienen vorgenommen worden waren. Dabei wurden die Schienenprofile nachbearbeitet, um ihre Form zu verbessern. „Dadurch kann es vorübergehend zu einer Veränderung der Fahrgeräusche kommen“, zitiert er aus einem Schreiben der zuständigen DB-Tochterfirma InfraGo. Dies sei nach solchen Arbeiten jedoch grundsätzlich normal.

Man wolle allerdings zusätzlich die „Rauigkeit der Fahrfläche der Schienen“ überprüfen, so die Bahn. Dies solle sicherstellen, dass alles den technischen Vorgaben entspreche. „Das ist offenbar inzwischen passiert – und es sei alles nach Vorschrift verlaufen“, so der Anwohner, „das klingt also wie: Ihr Problem, danke, tschüss.“ Geändert habe sich seither nichts.

Nicht nur er selbst, auch unsere Zeitung hat bei der Bahn – konkret bei der für die Stuttgarter S-Bahn zuständigen Stelle – nachgefragt. Die Rückmeldung erstaunt: „Wir haben intern recherchiert. Unsere betreffenden Geschäftsfelder kennen das Anliegen der Geräuschemissionen an der Eisenbahnüberführung ‚Am Schlossberg/L1136’ nicht“, antwortet ein Bahnsprecher schriftlich. Man bitte um Verständnis, dass man sich zu möglichen Geräuschquellen deshalb auch zunächst nicht äußern könne.

Die Bahn will sich melden, sobald sie Erkenntnisse habe. Foto: Simon Granville

„Die Fachbereiche werden vor Ort nachsehen. Das wird allerdings ein paar Tage beanspruchen“, heißt es weiter. Man melde sich, sobald man dazu Erkenntnisse habe.

Schallschutzwände? Die Aussichten dürften relativ gering sein

Inzwischen hat der Höfinger bei der Bahn – und auch bei der Stadt Leonberg – einen Vorstoß in Sachen Schallschutzwände gestartet. „Das war hier vor vielen Jahren mal ein Thema, wurde dann aber abgelehnt. Aber jetzt könnte man da mal wieder drüber sprechen.“ Der Optimismus, dass es diesmal klappt, dürfte sich jedoch in Grenzen halten. Das Ende der Angelegenheit: offen.

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