Ärger in Fellbach: Von der Telekom beauftragte Sub-Subunternehmer bohrten eine Stromleitung an. Foto: privat
Der Glasfaserzugang wird für einen Fellbacher zum Albtraum: Die Handwerker bohren eine Stromleitung an. Die Telekom meldet sich erst nach drei Monaten – auf unsere Anfrage hin.
Was als Fortschritt für den heimischen Internetzugang gedacht war, entwickelte sich für einen Leser aus Fellbach-Oeffingen (Rems-Murr-Kreis) zu einem monatelangen Albtraum. Am 1. Oktober 2025 sollte ein Subunternehmen der Telekom in seiner 3-Zimmer-Wohnung ein Glasfaserkabel verlegen. Das Ergebnis, so berichtet er uns, war aber mindestens ernüchternd: eine angebohrte 230-Volt-Stromleitung, ein größeres Loch in der Wand und sechs Tage lang kein Strom in einem großen Teil der Wohnung, inklusive des Elektroherds. Was folgte, war eine regelrechte Odyssee.
Die von der Telekom beauftragten Handwerker hatten laut dem Leser kein Gerät zum Leitungssuchen benutzt, da dieses kaputt gewesen sei. Nach dem Vorfall musste der Fellbacher eine fachmännische Reparatur der Stromleitungen selbst organisieren und auch bezahlen. Der von ihm beauftragte Elektriker entdeckte zudem: Das eingesetzte Subunternehmen hatte eine Lüsterklemme verbaut – laut dem Leser ist das unzulässig und zudem eine Brandgefahr, vor allem nur Zentimeter entfernt von einer holzgetäfelten Decke.
Die Subunternehmer bohrten eine Stromleitung an. Foto: privat
Doch für unseren Leser war der Ärger damit noch nicht vorbei. Er versuchte in den folgenden Wochen und Monaten mehrfach, den Schaden bei der Telekom zu melden. Nach mindestens zehn Anrufen bei einer Hotline mit stundenlangen Wartezeiten und einer Meldung über ein Online-Formular schickte er am 14. Oktober 2025 schließlich ein Einwurf-Einschreiben mit einer detaillierten Schadensmeldung und Fotos an die Telekom.
Drei Monate lang – bis Mitte Januar 2026 – erhielt er keine schriftliche Rückmeldung, keine Eingangsbestätigung und keine Schadensnummer. Die Rechnung für den Elektriker in Höhe von rund 200 Euro blieb unbeglichen, das Loch in der Wand ungestrichen. Mit allen Reinigungs- und Reparaturkosten sowie einer Entschädigung für den sechstägigen Stromausfall veranschlagt er den Schaden auf rund 600 Euro. „Mir geht es weniger um meinen monatelangen Ärger und Schaden, sondern vielmehr darum, dass solche absolut unprofessionellen Handwerker weiterhin Schaden anrichten“, erklärt der Betroffene.
Telekom reagiert – allerdings erst nach unserer Presseanfrage
Angesichts dieser Zustände konfrontierte unsere Redaktion die Deutsche Telekom mit den Vorwürfen unseres Lesers. Am 14. Januar 2026 baten wir das Unternehmen um Antworten, unter anderem zum Kenntnisstand des Unternehmens, den Qualifikationsstandards der Subunternehmen und der ausbleibenden Kommunikation.
Die erste Antwort der Telekom war noch sehr allgemein gehalten. Man bedauere die negativen Erfahrungen und habe den Sachverhalt an die Fachabteilung weitergeleitet. Die Telekom bat unseren Leser zudem um Übersendung von Bildern der Schäden, die ihr „bis dato nicht vorlagen“ – obwohl er diese nach eigener Aussage bereits seinem Einwurf-Einschreiben vom Oktober beigefügt hatte.
Einige Tage später teilte uns eine Telekom-Sprecherin mit: „Die Schadensmeldung hat uns Ende Oktober erreicht. Leider wurde sie durch einen internen Arbeitsfehler nicht zur Bearbeitung weitergeleitet.“ Eine klare Entschuldigung folgt umgehend: „Wir bedauern ausdrücklich, dass wir in diesem Fall unserem eigenen Anspruch an hervorragendem Kundenservice nicht gerecht geworden sind und bitten dafür die Familie ausdrücklich um Entschuldigung.“
Die Sprecherin der Telekom betont, „höchste Anforderungen an die technische Qualität aller Bauleistungen zu stellen und ein mehrstufiges Qualitätssicherungssystem zu betreiben“. Verstöße gegen Standards führten zu Nachbesserungsanordnungen oder gar zur Beendigung der Zusammenarbeit.
Die guten Nachrichten für unseren Leser aus Fellbach: Nach drei Monaten des Stillstands, in denen er sich ignoriert fühlte und auf seinen Kosten sitzen blieb, scheint nun Bewegung in die Sache zu kommen. An der Begründung der Telekom hat der Fellbacher zwar seine Zweifel: „Ich habe den Schaden ja nicht nur telefonisch, sondern auch per Online-Meldung und per Einwurf-Einschreiben gemeldet. Das wären meiner Meinung nach schon zwei ,interne Arbeitsfehler’ in den Prozessen der Telekom.“
Telekom zahlt nach Presseanfrage schnell Entschädigung
Aber immerhin: Quasi sofort nach unserer Anfrage bekam er Besuch von der Qualitätssicherung des Unternehmens – tatsächlich waren es offenbar Mitarbeiter eines Sub-Subunternehmens, welche den Schaden verursacht hatten. „Am nächsten Tag war das Geld auf meinem Konto“, sagt unser Leser anerkennend.