Ärger um Parteizentrale Zu doll gefeiert: Räumungsklage gegen AfD
Bei der Bundestagswahl hatte die AfD Grund zum Feiern. Doch hat sie wegen der damaligen Wahlparty Ärger mit ihrem Vermieter.
Bei der Bundestagswahl hatte die AfD Grund zum Feiern. Doch hat sie wegen der damaligen Wahlparty Ärger mit ihrem Vermieter.
Das kommt in den besten Wohngemeinschaften vor: Wer zu laut feiert, bekommt Ärger mit den Nachbarn – und manchmal sogar mit dem Vermieter. Das ist jetzt der AfD passiert. Weil sie ihr Wahlergebnis bei der Bundestagswahl am 23. Februar womöglich zu ausschweifend gefeiert hat, könnte Parteichefin Alice Weidel mit ihrer gesamten Berliner Bundesparteizentrale bald auf der Straße stehen. Wie die „Bild“-Zeitung berichtet, ist beim Landgericht Berlin II eine Räumungsklage eingegangen.
Seit 2022 ist die AfD in einem Bürogebäude im Berliner Stadtbezirk Reinickendorf eingemietet. In dem Komplex verfügt sie über 2400 Quadratmeter Bürofläche und 20 Parkplätze. Die Kaltmiete beträgt stattliche 43 000 Euro. Doch am Wahlsonntag nutzte die Partei nicht nur ihre Räume, sondern stellte im Innenhof des hufeisenförmigen Baus auch Zelte auf. Die Fassade ließ sie mit ihrem Parteilogo anstrahlen – offenbar beides ohne vorherige Genehmigung des Vermieters, eines Immobilien-Besitzers aus Wien. Der sah die Party live im Fernsehen, war verärgert und kündigte fristlos.
Den Auszugstermin hat die AfD verstreichen lassen. Ihre Verteidigung klingt allerdings etwas kleinlaut. Die Bundestagswahl sei einfach zu plötzlich gekommen, deshalb habe man es verschwitzt, vorher um Erlaubnis zu bitten. Zwischenzeitlich unterbreitete man ein Friedensangebot. Für jede vergangene und künftige Party wolle man zusätzlich 10 000 Euro überweisen. Für den Vermieter ein zynisches Angebot: Die AfD bekomme anderswo kaum Räume und wolle deshalb sein Grundstück günstig nutzen. Interessant ist, wie der Vermieter die AfD in seiner Klageschrift beschreibt: Sie verhalte sich, als ob sie selbst Eigentümer sei, und glaube, sich „rechtlich und faktisch in totalitärer Weise über alles und jeden stellen“ zu können.