Ärger wegen Grundstück in Stuttgart-Vaihingen Wohnungsbau in der langen Warteschleife

Die Nachbarn stören sich am Anblick des Grundstücks in Vaihingen. Foto: privat
Die Nachbarn stören sich am Anblick des Grundstücks in Vaihingen. Foto: privat

Mit dem Wohnbaugebiet Robert-Leicht-Straße/Vorderer Haarwald geht es langsam voran. Ein Investor vermietet sein Grundstück vorerst als Bauhof zum Verlegen von Glasfaserkabeln für schnelles Internet. Doch die Anwohner stört das.

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Vaihingen - Das Grundstück an der Robert-Leicht-Straße 116 im Stuttgart-Vaihinger Dachswald erregt seit rund zwei Jahren die Nachbarschaft: Erst parkten dort Caravans, und seit einiger Zeit wird es als Bauhof genutzt. Gert Gabriel Clement, der Geschäftsführende Gesellschafter einer Stuttgarter Wohnungsbaugesellschaft, die das 2000 Quadratmeter große Areal 2018 auf einer Versteigerung erworben hatte, sagt: „Das Grundstück liegt im Bereich des Bebauungsplans Robert-Leicht-Straße/Vorderer Haarwald. Wir haben es mit einem gewissen Risiko gekauft, und das Verfahren kommt nur langsam voran.“

Studentenapartments, Seniorenresidenz, oder klassische Eigentumswohnungen

Erfreulicherweise, sagt Clement, sei das Verfahren aber in der Priorität nachoben gerückt, und der Auslegungsbeschluss solle vor der Sommerpause des Gemeinderats gefasst werden: „Es ist gut, dass endlich ein Fortschritt da ist.“ Für das Bauen auf dem Grundstück sehe die Wohnungsbaugesellschaft drei Möglichkeiten: klassische Eigentumswohnungen mit jeweils 50 bis 100 Quadratmetern und zwei bis vier Zimmern, eine barrierefreie Seniorenresidenz oder Studentenwohnungen mit 20 bis 35 Quadratmetern. „Wie viele Wohnungen entstehen werden, hängt davon ab, was das Baurecht für den Baukörper zulässt“, sagt Clement.

Parkplatz für Wohnwagen sollte Abstellen am Straßenrand vermeiden helfen

Wegen der Idee mit den Studentenwohnungen, sagt er, habe er mit Wolfram Ressel, dem Rektor der Universität Stuttgart, korrespondiert. Dieser habe ihm geschrieben, dass er grundsätzlich alles begrüße, was das Wohnungsangebot für Studenten verbessere, dass er aber als Rektor einer öffentlich-rechtlichen Einrichtung bei der Stadt keine Lanze für ein rein privates Unternehmen brechen könne.

Weil wohl noch einige Zeit vergeht, bis auf dem Grundstück die Bagger rollen, will es die Wohnungsbaugesellschaft in der Zwischenzeit nutzen. „Weil so langsam die Planungen für das Stadtquartier auf dem Eiermann-Campus in Schwung kommen, hat man dort die Parkplätze gekündigt. Deshalb hatten die Rentner keine Möglichkeit mehr, ihre Caravans abzustellen“, sagt Clement. Die Wohnungsbaugesellschaft habe für das neu erworbene Grundstück an der Robert-Leicht-Straße eine Potenzialanalyse gemacht, um sicherzustellen, dass es dort keine geschützte Flora und Fauna gebe. Dies habe dann das Amt für Umweltschutz bestätigt. Außerdem leckten Wohnwagen nicht, und sie verlören kein Öl. Anschließend habe die Gesellschaft das Grundstück als Ersatzstellplatz hergerichtet. „Wir dachten, dass es besser sei, wenn sie hier stehen, anstatt öffentliche Parkplätze am Straßenrand zu blockieren.“

Jetzt dient das Grundstück als Bauhof für das Verlegen von Glasfaserkabeln

Vermutlich auf Druck der Nachbarschaft, führt Clement aus, habe die Stadt diese Nutzung mit dem Argument, man hätte keine genehmigten Stellplätze, untersagt. „Wir haben dann alle Mietverträge gekündigt“, sagt er. Der Bauhof auf dem Areal, der nun von den Nachbarn moniert werde, sei Lagermaterial eines Subunternehmers der Deutschen Telekom, der Vaihingen ans Glasfasernetz anschließen wolle. „Wenn wir ihm die Fläche nicht zur Verfügung stellen, dann muss er mit dem Material von weither kommen.“ Durch die Nutzung als Bauhof verursache man ja keine Schäden, und wenn auf dem Grundstück gebaut werden könne, dann lasse sich zuvor alles wieder abbauen.




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