Ärgernis an SSB-Haltestellen in Sillenbuch Haltestellen bleiben baumlos
Nach der Fällung von zehn Lebensbäumen an Sillenbucher SSB-Stationen sind vermüllte Abschrankungen zur Dauereinrichtung geworden.
Nach der Fällung von zehn Lebensbäumen an Sillenbucher SSB-Stationen sind vermüllte Abschrankungen zur Dauereinrichtung geworden.
Baustellen ist der Stuttgarter ja gewohnt. Die weiß-roten Abschrankungen begegnen ihm auf allen Wegen, sogar wenn er als Benutzer des ÖPNV auf Schienen unterwegs ist.
Auf den Stadtbahnhaltestellen Silberwald, Ruhbank und Schemppstraße der Linien U 7, U 8 und manchmal auch der U 15 verbreiten solche Abschrankungen seit einem halben Jahr Baustellenatmosphäre. Vorausgegangen war ein Kahlschlag. Dort, wo 23 Jahre lang Bäume Schatten spendeten, grenzen Dreiecke in Weiß-Rot die Baumstümpfe ab. Zur Sicherheit der Fahrgäste. Die fragen sich allerdings zunehmend, ob das zur Dauereinrichtung wird. Und warum überhaupt die Bäume gefällt wurden.
„Die Bäume sind überwiegend abgestorben oder krank“, begründete die Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) im Februar den Griff zur Säge. Zehn waren es insgesamt, Thujen, auch Lebensbäume genannt, die 1999 beim Neubau der Stadtbahnlinien durch Sillenbuch und der Haltestellen zur Verschönerung gepflanzt wurden: Je drei an den Stationen Silberwald und Schemppstraße, vier an der Ruhbank. Schon im vergangenen Jahr, so die Auskunft der SSB, hätten sich Schäden gezeigt, offenbar habe ihnen die Trockenheit zugesetzt. Die Experten des Garten-, Forst- und Friedhofsamts hätten selbst bei geeigneter Pflege keine Möglichkeit zur Rettung der Bäume gesehen.
Vor allem waren sie jedoch zu hoch gewachsen. Damit hatte bei ihren eher ungünstigen Lebensbedingungen auf Beton offenbar niemand gerechnet. Die Bäume drohten in den Oberleitungsbereich hineinzugeraten, wie Pressesprecherin Birgit Kiefer betont. Damit war ein Sicherheitsproblem akut, „die Alternative zur Fällung wäre die Schließung der Haltestellen gewesen“, betont Birgit Kiefer.
Und wie geht es weiter? Die abgeschrankten Areale werden mittlerweile gern als Abfalleimer benutzt, rund um die Baumstümpfe sammeln sich Kippen, Tüten, Plastik, Papier und andere Hinterlassenschaften. Bäume werden nicht mehr gepflanzt, heißt es, die Grünexperten vom zuständigen Amt raten ab: Sie würden selbst bei erhöhter Pflege mit Gießen und Düngen hier nicht alt werden. Man suche daher in Abstimmung mit dem Amt nach einer Bepflanzung, die diese Bedingungen besser toleriert, sagt Birgit Kiefer und verspricht: „Die Tröge werden baldmöglichst wieder bepflanzt, dann ist auch das Vermüllungsproblem hoffentlich gelöst.“