Die Einrichtung in der Gäustadt soll nach Angaben des Landratsamtes am 30. November schließen. Aber wie geht es jetzt weiter?

Landrat Roland Bernhard hat kürzlich an einem Informationsaustausch teilgenommen, zu dem die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg eingeladen hatte und bei der auch Minister Manfred Lucha (Grüne) anwesend war. Dort wurden auch die konkreten Termine genannt, zu denen einzelne Notfallpraxen geschlossen werden sollen. Die Schließung der Notfallpraxis Herrenberg ist demnach erst zum 30. November geplant, was Bernhard positiv bewertete: „Das gibt uns etwas Zeit, und ich begrüße ausdrücklich die aktuell laufende Online-Petition für den Erhalt der Notfallpraxis in Herrenberg.“ Grundsätzlich unterstrich er nochmals, welche negativen Konsequenzen die Schließung von Notfallpraxen hat.

 

„Der Schließtermin für Herrenberg ist erst zum 30.11.2025 geplant, während viele andere vorher dicht gemacht werden sollen – die ersten bereits zum 31.3.2025. Das gewährt uns etwas mehr Zeit, die wir nutzen werden. Wir werden die Kräfte bündeln, um eine passgenaue und gute Lösung für den Ärztlichen Bereitschaftsdienst im Oberen Gäu zu finden“, so der Böblinger Landrat.

Der Landrat unterstützt die Petition gegen die Schließung

Grundsätzlich sei die Situation unbefriedigend und man werde weiterhin Druck machen, betont Bernhard. Insofern unterstütze er auch die aktuell laufende Petition für den Erhalt der Notfallpraxis in Herrenberg. „Die geplante Neuordnung der ambulanten Notfallversorgung bedeutet in ihrer aktuellen Form auf jeden Fall eine spürbare Verschlechterung für die Menschen; dafür sollten alle Beteiligten Lösungen finden“, so Roland Bernhard.

Der Kreistag des Landkreises Böblingen hatte Mitte November eine Resolution verabschiedet und sich ebenfalls klar gegen die geplante Schließung der Notfallpraxen Herrenberg und auch Nagold gewandt. „Die aktuelle Petition geht konform mit unserer Resolution dazu. Es darf keine Verlagerung der kassenärztlichen Aufgaben in die Klinikambulanzen geben; denn nichts anderes wäre die Folge“, so Bernhard.

Auch die bevorstehende Schließung in Nagold kommt nicht gut an

Die Notaufnahmen der Kliniken könnten eine solche Verlagerung der Patientenströme weder personell noch finanziell kompensieren, mahnt der Böblinger Landrat. Insofern gelte es, die Interessen der Menschen zu wahren und hier im Sinne einer guten Notfallversorgung, die für den Einzelnen auch zumutbar sei, zu handeln. Man werde hierzu in enger Abstimmung mit dem Klinikverbund Südwest, der die Krankenhäuser betreibt, weiterhin aktiv sein.