AfD Stuttgart nominiert Bundestagskandidaten Degler und Mayer sollen es richten
Der Kreisverband nominiert zwei Stadträte für den Kampf um Bundestagsmandate. Sie stehen nicht auf der Landesliste. Andreas Mürter ist nun alleiniger Sprecher
Der Kreisverband nominiert zwei Stadträte für den Kampf um Bundestagsmandate. Sie stehen nicht auf der Landesliste. Andreas Mürter ist nun alleiniger Sprecher
Der Stuttgarter Kreisverband der Alternative für Deutschland (AfD) hat die Kandidaten für die beiden Stuttgarter Bundestagswahlkreise bekannt gegeben. Laut dem Kreisvorsitzenden Andreas Mürter sei „mit überwältigender Mehrheit und ohne Gegenkandidaten“ für den Wahlkreis I der stellvertretende Vorsitzende der Gemeinderatsfraktion, Steffen Degler, gewählt worden. Er ist auch Vorstandsmitglied im Landesverband der vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestuften Jungen Alternative. Degler, Jahrgang 1990, tritt die Nachfolge von Dirk Spaniel an.
Der ehemalige Kreissprecher hatte nach dem Aufstellungsparteitag der AfD Baden-Württemberg in Ulm im Oktober, bei dem er eine Kampfabstimmung um Landeslistenplatz fünf deutlich verloren hatte, bekannt gegeben, die AfD zu verlassen. Der Landesvorstand leitete danach ein Parteiausschlussverfahren ein. Der Abgeordnete verließ Fraktion und Partei. Spaniel galt als parteiinterner Gegner von Alice Weidel und Anhänger des rechtsextremen Björn Höcke aus Thüringen. Der lange von Spaniel geprägte Kreisverband Stuttgart hatte keine Chance auf aussichtsreiche Plätze des Landesverbands und versuchte erst gar nicht, dort Degler und den Kandidaten für den Wahlkreis Stuttgart II, den Ratsfraktionsvorsitzenden Michael Mayer, unterzubringen. Um in den Bundestag einzuziehen, müssten sie das Direktmandat holen.
Bei der Wahl 2021 hatte Spaniel einen Erststimmenanteil von vier Prozent geholt. Michael Mayer kam auf 7,2 Prozent. Insgesamt holte die AfD 5,6 Prozent der Zweitstimmen. 15 898 Wähler entschieden sich für die AfD. Der Kreisverband wählte zudem mit Andreas Jonsek und Thomas Rosspacher, der im Kommunalwahlkampf mit dem Slogan „Schnelle Remigration schafft Wohnraum“ für Empörung sorgte und sich von Luigi Pantisano (Die Linke) eine allerdings folgenlose Anzeige wegen Volksverhetzung einhandelte, zwei neue Beisitzer in seinen Vorstand. Nach Spaniels Abgang werde er den Kreisverband als alleiniger Sprecher führen, teilte Andreas Mürter mit.