AfD-Treffen in Sindelfingen untersagt Klare Kante der Naturfreunde

Hier hätte das AfD-Treffen stattfinden sollen – doch die Naturfreunde legten kurzfristig ihr Veto ein. Foto: Melissa Schaich

Als die Naturfreunde realisieren, dass sich die AfD im Sindelfinger Naturfreundehaus treffen will, reagiert der Verein sofort und lässt keinen Spielraum. Die Vorgehensweise der AfD ist dagegen verwunderlich, meint unser Redakteur.

So viel Geheimnistuerei bei der geplanten AfD-Veranstaltung in Sindelfingen im Spiel war, so deutlich fiel die Reaktion der Naturfreunde aus. Als dem Verein am Mittwoch klar wurde, wer sich ins Sindelfinger Naturfreundehaus eingemietet hatte, erfolgte prompt der Rauswurf. Die Verantwortlichen ließen keinerlei Spielraum und agierten mit einer löblichen Klarheit. Die AfD habe in Naturfreundehäusern nichts zu suchen, betonte der Geschäftsführer der Naturfreunde Württemberg. Hier zeigte der Verein klare Kante und sendete ein deutliches Signal in die Gesellschaft: Mit dieser Partei wollen wir nichts zu tun haben. Und damit nicht genug: Die Pächterin – obwohl wahrscheinlich unzureichend im Bilde – soll eine Abmahnung erhalten. Heißt auch: Augen auf und besser aufgepasst, wer sich ins Naturfreundehaus einmietet.

 

Gleichzeitig scheint die AfD selbst nicht recht gewusst zu haben, wie sie den Politischen Aschermittwoch anpacken soll. Die Veranstaltung, die üblicherweise mit viel Getöse in größeren Hallen über die Bühne geht, wäre beim AfD-Landesverband klein ausgefallen. Die Wahl des Hauses am Sindelfinger Waldrand erweckt den Eindruck, man wolle möglichst unentdeckt bleiben. Sicherlich muss die Alternative für Deutschland stets mit massiven Protesten rechnen, wenn der genaue Ort bekannt wird, aber was bringt ein Politischer Aschermittwoch ohne die entsprechende Öffentlichkeitswirksamkeit?

Kompromisslos gut

Hinzu kommt, dass die AfD offenbar die Naturfreunde falsch eingeschätzt hat. Bei der Wahl des Versammlungsortes darauf zu setzen, von den Vereinsverantwortlichen nicht bemerkt zu werden, ist naiv bis unprofessionell. Anders dagegen die Naturfreunde: Die Reaktion der Geschäftsführung war schnell und kompromisslos – gut so.

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