Affäre Riexinger Linke verschleppt Klärung

Steht wegen seiner Äußerung auf dem Kasseler Strategiekongress seiner Partei in der Kritik: Vorsitzender Bernd Riexinger. Foto: Die Linke/Roland Hägele
Steht wegen seiner Äußerung auf dem Kasseler Strategiekongress seiner Partei in der Kritik: Vorsitzender Bernd Riexinger. Foto: Die Linke/Roland Hägele

Die Affäre um Linken-Chef Bernd Riexinger zeigt, dass die Partei an ihrem linken Rand ein Biotop für Menschen mit seltsamen Ansichten pflegt, meint Norbert Wallet.

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Berlin - Diese stockdumm-verunglückte Bemerkung über das Erschießen des einen Prozents der Reichen auf einer nicht besonders wichtigen Konferenz in Kassel ist nicht das Problem der Linkspartei. Und die geschmacklose Art des Parteichefs auf die Einlassung zu reagieren ist es im Kern auch nicht. Man kann Bernd Riexinger abnehmen, dass er seine Entschuldigung ernst nimmt. Und über weitere Konsequenzen entscheidet nicht die Öffentlichkeit, sondern ein Bundesparteitag. Aber damit ist die Sache für die Linkspartei nicht ausgestanden.

Trotzkisten, Desperados, Kuba-Versteher

Es gehört zur Realität der Partei, die vor allem in den ostdeutschen Parlamenten oft stocknüchtern, pragmatisch und – ja – staatstragend daherkommt. dass sie an ihrem linken Rand auch ein Biotop für seltsame Ansichten beherbergt. Da treffen sich dann Trotzkisten, in unzähligen anderen Parteien als unintegrierbar erwiesene Desperados und revolutionstrunkene Kuba- und Venezuela-Versteher. Sie sind eine kleine Minderheit. Einflusslos sind sie nicht. Selbst in der Bundestagsfraktion besetzen sie Posten. Jeder in der Partei weiß das. Jeder, der halbwegs bei Sinnen ist, leidet darunter. Nur führt niemand eine Klärung herbei. Kassel ist der letzte Hinweis darauf, dass diese Auseinandersetzung schleunigst beginnen muss.




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