Afghanistan Angreifer nehmen 150 Geiseln in Sikh-Tempel in Kabul

Von red/dpa 

In Kabul haben mehrere Angreifer mindestens 150 Geisel genommen. Zuvor hatten sie einen Tempel der Sikh-Religion gestürmt. Wenige Menschen konnten noch rechtzeitig gerettet werden.

In Kabul haben mehrere Angreifer mindestens 150 Menschen als Geiseln genommen. Foto: AP/Rahmat Gul
In Kabul haben mehrere Angreifer mindestens 150 Menschen als Geiseln genommen. Foto: AP/Rahmat Gul

Kabul - Mehrere Angreifer haben im Zentrum der afghanischen Hauptstadt Kabul einen Tempel der Sikh-Religion gestürmt und mindestens 150 Menschen in ihre Gewalt gebracht. „Die Angreifer haben etwa 150 bis 200 Menschen als Geiseln genommen, darunter auch Frauen und Kinder. Die Gottesdienstbesucher gehen normalerweise früh am Morgen in den Tempel“, sagte ein Vertreter der Sikh- und Hindugemeinschaft im afghanischen Parlament der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch. Eine weiterere Politikerin bestätigte die Zahl der Geiseln.

„Selbstmordattentäter sind heute Morgen um 07.45 Uhr (Ortszeit) in den Sikh-Tempel in der Shorbazar-Straße im Polizeibezirk Eins der Stadt Kabul eingedrungen“, hieß es aus dem Innenministerium. Kurz darauf seien Sicherheitskräfte am Ort des Geschehens eingetroffen.

„Der erste Stock des Tempels ist geräumt worden. Eine Reihe von Menschen wurde gerettet. Die Spezialeinheiten sind besonders vorsichtig, da es sich um einen zivilen Bereich handelt. Das Gebiet wurde abgeriegelt“, sagte ein Sprecher des Innenministeriums.

Taliban dementiert

„Bislang haben wir keine Nachrichten aus dem Inneren (des Tempels). Ich kenne keine Einzelheiten, vor allem nicht die Zahl der Angreifer. Leider leben auch Familien in der Nähe des Gotteshauses“, sagte Anarkali Honaryar, Sikh-Politikerin und Mitglied des afghanischen Parlaments.

Die militant-islamistischen Taliban dementierten, für den Angriff verantwortlich zu sein, wie der Taliban-Sprecher Zabihullah Mujahid auf Twitter mitteilte.

Im Jahr 2018 kamen bei einem Selbstmordanschlag durch die Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) in der östlichen Provinz Nangarhar mindestens 19 Menschen ums Leben, darunter mehrheitlich Mitglieder der Sikh-Gemeinschaft. Viele Anhänger des Sikhismus verließen daraufhin das Land. Heute leben nach Angaben von Sikh-Politikern nur noch etwa 1000 Sikhs in Afghanistan.




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