Afrika-Festival auf dem Elbenplatz Die Vielfalt Afrikas in Böblingen genießen

Die Band Pamuzinda macht Stimmung mit simbabwischen Rhythmen. Foto: /Stefanie Schlecht

Spezialitäten aus Kenia, Ghana oder dem Senegal: Das Afrika-Festival vermittelt einen kleinen Eindruck davon, was der Kontinent alles zu bieten hat und lockt am Sonntag zahlreiche Besucher an. Das erste Fazit des Veranstalters fällt trotzdem durchwachsen aus.

Böblingen: Anke Kumbier (ank)

Bunte Kleider, leckeres Essen, mitreißende Musik: Das Afrika-Festival auf dem Elbenplatz lockt am frühen Sonntagnachmittag zahlreiche Besucher an. Nachdem es im vergangenen Jahr wegen gestiegener Energiekosten und davor zwei Jahre in Folge wegen Corona ausgefallen ist, hat Veranstalter Mafoday Cham nun wieder ein dreitägiges Fest auf die Beine gestellt. Stände von 28 Ausstellern säumen den Elbenplatz und ziehen sich am Ufer des Unteren Sees entlang. Zu entdecken gibt es einiges.

 

Vielfalt im Geschmack

Zahlreiche Essensstände locken mit vielfältigen Angeboten: frittierte Kochbananen, Hähnchen in Kokos-Koriander-Soße oder Jollof-Reis mit Hühnchen und Gemüse, um nur einige Beispiele zu nennen. Standbetreiberin Benta Schmid schöpft gerade ein Kartoffel-Fleisch-Gericht aus Kenia auf den Teller. „Sehr schön“, lautet ihr Urteil über das Festival und auch mit den Verkaufszahlen zeigt sich die junge Frau zufrieden. Saftige Erfrischungen gibt es einige Meter weiter bei Susy Blue. Mit Früchten aus Ghana bereitet sie etwa Ananas-Banane-Maracuja-Smoothies oder Ananas-Kokos-Säfte zu.

Neue Frisur gefällig?

Annie Modaya verpasst den Festivalbesuchern zusammen mit ihren Mitarbeiterinnen neue Frisuren – Dreadlocks, Rastazöpfe oder Cornrows, direkt an der Kopfhaut geflochtene Zöpfe, hat sie im Angebot. Das dafür nötige handwerkliche Wissen habe sie im Kongo gelernt, berichtet Modaya, die einen Afroshop in Pforzheim betreibt. Eine Festivalbesucherin, Fidan Fink, hat sich für Cornrows entschieden und sie am Samstag flechten lassen. Wie viele Aufwand dahinter steckt, zeigt die Zeit, die es braucht, bis die Frisur fertig ist. Drei Stunden habe es gedauert, sagt Fink, und 100 Euro gekostet. Mit dem Ergebnis zeigt sie sich sehr zufrieden. „Ich habe das zum ersten Mal ausprobiert und finde, es sieht echt toll aus.“

Bilder, Körbe und Seifen

Der senegalesische Maler Ibra Sow ist extra aus Mailand hergefahren, um seine Werke anzubieten. Manche hat er mitgebracht, er malt aber auch vor Ort. Kräftige Farben und bunter Sand verleihen seinen Bildern ein ganz besonderes Aussehen. Ebenfalls aus dem Senegal kommt Pape Sow, der Waren aus Westafrika anbietet, unter anderem geflochtene Körbe. Zusammen mit seinen Kollegen ist er den Sommer über auf verschiedenen Festivals unterwegs. Vor Böblingen waren sie in Stuttgart und Bayreuth, danach geht es weiter nach Wien. Feine Düfte von Lavendel und Zitrone wehen von Honorine Ollmerts Stand herüber. Sie bietet handgemachte Seifen an. Eine traditionelle afrikanische Seife mit Pottasche und Sheabutter sei besonders beliebt, sagt sie.

Was der Veranstalter meint

Zum sechsten Mal richtet Mafoday Cham aus Ammerbuch (Kreis Tübingen) das Festival aus. Sein erstes Fazit fällt am Sonntag durchwachsen aus. Er spricht von einem moderaten Freitag und einem schlechten Samstag. Wegen des regnerischen Wetters seien nur wenige Besucher da gewesen, bislang insgesamt circa 5000, schätzt er. In anderen Jahren hätte die Besucherzahl bei 15 000 gelegen. Seine Hoffnung setzt er auf den Sonntag. „Wenn es so weiter geht, könnte der Sonntag die Investitionskosten der Aussteller retten“, sagt er. Wegen gestiegener Kosten seien 18 Aussteller weniger dabei als noch vor drei Jahren. Dazu, wie es 2025 weitergeht, will Cham noch nichts sagen. „Grundsätzlich ist aber mein Wunsch und Wille, das Festival zu einem festen Bestandteil im Böblinger Eventkalender zu machen.“

Band verbreitet gute Stimmung

Die Band Pamuzinda bringt simbabwische Rhythmen auf die Bühne. Kinder tanzen, zahlreiche Menschen lauschen. Hört man sich unter den Besuchern um, so fällt ihr Fazit positiv aus. „Die Stimmung ist schön“, findet eine Besucherin, eine andere lobt das Essen. „Super Angebot und nette Leute“, meint ein weiterer Besucher. „Ich hoffe, dass es jedes Jahr stattfindet.“

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