Nach dreijähriger Corona-Pause findet am Wochenende das 18. Afrika-Festival statt. Das bunte Programm auf dem Erwin-Schoettle Platz in Stuttgart überzeugt die Besucher schon am Freitagabend.

Ein kleines Mädchen hüpft im Takt der Musik, eine junge Frau kreist ihre Hüften und ein altes Ehepaar wippt im Rhythmus. Die Band, die Menschen jedes Alters am Freitagabend gegen 17 Uhr auf dem Erwin-Schoettle-Platz in Stuttgart mitreißt, heißt Wapani, kommt aus Burkina Faso und spielt als erster Act beim 18. Afrika-Festival.

 

Die Musiker erzeugen die harmonischen Klänge, die eine Besucherin als „traditionell afrikanisch aber mit einem modernen Beat“ beschreibt, aber nicht auf Schlagzeug, Keyboard und Gitarre, sondern mit Djembe und Balafon.

Zahlreiche Stände laden zum Shoppen ein

„Ich mag die Musik, weil diese traditionellen afrikanischen Klänge einen so mitreißen. Und ich finde es cool diese Instrumente im Einsatz zu sehen. Sowas fasziniert mich“, sagt eine junge Frau, die zum ersten Mal beim Afrika-Festival ist, das nach dreijähriger Pause von Freitag bis Sonntag rund um den Erwin-Schoettle-Platz stattfindet.

Während die Band am Freitagabend spielt, schlendern die Besucher über den Platz, wo zahlreiche Stände aufgebaut sind. Gewürze, Kunsthandwerk, Kosmetik, Kleidung, Körbe, Malereien und Schmuck werden hier angeboten. Holz, Porzellan, Stoff, Perlen oder Korbgeflecht in allen erdenklichen Farben gibt es zu bestaunen. Es scheint kaum etwas zu geben, was es hier nicht gibt. „Nun Afrika ist ja auch ein großer und vielfältiger Kontinent“, kommentiert Besucherin Cosima die sich auf dem Festival mit einer Freundin zum Abendessen verabredet hat und die schon öfter beim Afrika-Festival zu Besuch war.

Die Qual der Wahl beim Essen

Was die beiden sich fürs Abendessen aussuchen, wissen sie noch nicht. Schließlich ist auch hier die Auswahl groß. Von Burenwurst über scharfen Suya Spieß aus Rindfleisch bis hin zu Puff Puff – einer Art frittierter Krapfen.

„Hier sieht man das exotische Leben und die afrikanische Kultur. Oft gibt es ja falsche Meinungen über Afrika“, fast Standbetreiberin Honorine, die selbsthergestellte Pflegeprodukte nach dem Rezept ihrer Großmutter verkauft, zusammen. Dieser Meinung ist auch Veranstalterin Alice Vetter-Takin: „Wir vertreten hier diesen Kontinent, weil wir es sehr wichtig finden, Vorurteile abzubauen, Begegnungen zu schaffen, ins Gespräch zu kommen.“

Weitere kulturelle Programmpunkte

Für den kulturellen Austausch sorgt am Wochenende nicht zuletzt das vielfältige Programm, das neben dem Bazar, der an allen drei Tagen aufgebaut ist, am Samstag auch ein Kinderprogramm, Workshops, eine Lesung mit Akambi Oluwatoyin und wie jedes Jahr eine Modenschau bereithält. Letztere wird dieses Jahr erstmals von einem Mann durchgeführt. Weitere Highlights seien insbesondere musikalischer Natur: „Ich denke die Abschlussband, die aus dem Senegal und aus Polen kommt, wird ein musikalischer Genuss werden. Und wer Reggae liebt, der ist mit Sun Sooley am Samstagabend auch bestens bedient. Das ist eine Koryphäe auf dem Gebiet“, so Alice Vetter-Takin. Generell versuche das Afrika-Festival in diesem Jahr mit Hip Hop und Afrobeats vermehrt junge Leute anzusprechen, erzählt sie weiter.

Zumindest am Freitagabend scheint der Plan, junge Leute auf den Erwin-Schoettle-Platz zu holen, aufzugehen. Viele junge Menschen und Familien mit Kindern genießen den Abend, bummeln an den Ständen vorüber und genießen die einzigartige Atmosphäre beim diesjährigen Afrika-Festival.