Mit dem Bekenntnis zur Agenda 2030 will die Gemeinde nachhaltige Entwicklung und die Generationengerechtigkeit in den Fokus rücken.
Als zweite Gemeinde im Enzkreis bekennt sich Mönsheim zur „Agenda 2030 für Nachhaltige Entwicklung“ auf kommunaler Ebene. Dies hat der Gemeinderat vor Kurzem einstimmig beschlossen. Mit dieser Selbstverpflichtung nimmt die 2900 Einwohner zählende Grenzbachgemeinde zusammen mit der Gemeinde Straubenhardt eine Vorreiterrolle im Landkreis ein. Bereits 2017 hat der Kreistag des Enzkreises als einer der ersten Landkreise in Baden-Württemberg die Umsetzung der Agenda 2030 beschlossen und deren Ziele 2018 in seinem Leitbild verankert.
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„Es geht um das Thema Generationengerechtigkeit“, erklärte Jannis Hoek von der Stabsstelle Klimaschutz und Kreisentwicklung beim Landratsamt im Mönsheimer Gemeinderat. Die Fraktion der Unabhängigen Bürgerliste Mönsheim (UBLM) hatte beantragt, dass die Gemeinde der Agenda 2030 beitritt und sich damit zur nachhaltigen Entwicklung der Kommune verpflichtet.
Die Agenda wurde 2015 von den Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen beschlossenen und nennt 17 Ziele für eine weltweit nachhaltige Entwicklung, beispielsweise hochwertige Bildung, sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen, nachhaltige Städte und Gemeinden, Nachhaltigkeit bei Konsum und Produktion. Zu den einzelnen Punkten, „die unsere Lebenswelt einfangen“, sagte Jannis Hoek, gibt es zahlreiche Unterpunkte. Dies soll ein „Kompass für die Weltgemeinschaft“ sein und auf nationaler und kommunaler Ebene umgesetzt werden.
„Moralische Selbstverpflichtung“
Jannis Hoek erläuterte an Beispielen, wie Kommunen diese „moralische Selbstverpflichtung“ konkret mit Leben füllen könnten. So haben Beschaffungen von Waren und Dienstleistungen der Kommunen in Deutschland ein Gesamtvolumen von 350 Milliarden Euro. Im Landratsamt des Enzkreises setze man dabei auf Nachhaltigkeit. So verbrauche die Kreisverwaltung samt den kreiseigenen Schulen pro Jahr sieben Millionen Blatt Papier. Durch Umstellung auf Recycling-Papier mit dem Siegel des blauen Engels spare man im Vergleich zu konventioneller Herstellung 105 Tonnen Holz, 22 Tonnen C02 und 150 Millionen Liter Wasser.
Auch die Umstellung auf Produkte aus fairem Handel sei ein niederschwelliger Einstieg in dieses Thema, so Jannis Hoek. Die Nachbargemeinden Wimsheim und Heimsheim setzen beim Einkauf bereits seit Jahren auf Produkte mit dem Fairtrade-Siegel. Auch eine kleine Gemeinde könne in Sachen Nachhaltigkeit viel bewegen, sagte Jannis Hoek auf Nachfrage gegenüber unserer Zeitung. Er nannte als Beispiele ressourcenschonendes Bauen und dezentrale Energieversorgung bei eigenen Liegenschaften. Beim Planen von Quartieren gelte es, die Mobilität mitzudenken, etwa mit Radwegen oder Ladestationen für E-Mobilität.
Arbeitskreis kümmert sich um konkrete Punkte
Für praktische Hinweise, wie man bei Ausschreibungen auf nachhaltige Beschaffung achten kann, stehe die Stabsstelle zur Verfügung. „Wichtig ist, dass man anfängt“, betonte Jannis Hoek.
Der UBLM-Gemeinderat Hans Kuhnle schlug vor, einen Arbeitskreis mit Vertretern von Gemeinderatsfraktionen und Verwaltung zu bilden, der grundsätzliche Punkte und Ziele erarbeiten soll und wie man diese konkret umsetzen kann. „Es gibt so viele Themen“, sagte Hans Kuhnle, „da müssen wir nach und nach rangehen.“ Damit waren der Bürgermeister Thomas Fritsch (parteilos) und der Gemeinderat einverstanden. „Wir kleinen Gemeinden machen schon viel im Umweltschutz, aber man kann sich bei vielen Sachen noch mehr Gedanken machen“, sagte Thomas Fritsch.