Das Mahnmal für die Opfer beider Weltkriege erhält einen würdigeren Platz – und Aichtal-Grötzingen (Kreis Esslingen) einen neuen Ortsmittelpunkt.

Reporter: Elke Hauptmann (eh)

Die Stadt Aichtal wird am 30. Juni mit der Versetzung des Gefallenendenkmals im Stadtteil Grötzingen beginnen. Das kündigt die Stadtverwaltung an. Derzeit steht das Mahnmal an der Hindenburgstraße, nun soll es einen neuen Standort auf dem örtlichen Friedhof erhalten. Der ausgewählte Platz werde der Bedeutung des Mahnmals eher gerecht, sagt Bürgermeister Sebastian Kurz. „Die jetzige Lage an einer stark frequentierten Verkehrsfläche bietet keine ruhige und würdevolle Atmosphäre für das Gedenken.“

 

Das aus den 1920er Jahren stammende Mahnmal erinnert an die im Ersten Weltkrieg gefallenen Soldaten aus dem Ort und wurde später um sechs Steintafeln mit den Namen der Opfer des Zweiten Weltkriegs ergänzt. Das Ensemble gilt als ein bedeutendes Zeugnis der lokalen Erinnerungskultur, weshalb es vor wenigen Monaten in die Liste der Kulturdenkmale Baden-Württembergs aufgenommen wurde.

Auflagen des Denkmalschutzes

Mit der Versetzung des Kriegerdenkmals sind entsprechende Auflagen des Landesamtes für Denkmalpflege verbunden. So müssen die beauftragten Fachfirmen bei Abbau, Transport und Wiederaufbau besondere Sorgfalt garantieren – jeder einzelne Schritt ist zudem zu dokumentieren. Am Erhalt der Skulptur des Soldaten in den Armen seiner trauernden Mutter besteht den Fachleuten zufolge ein öffentliches Interesse.

Parallel zur Versetzung plant die Stadt Aichtal, das frei werdende Areal an der Hindenburgstraße städtebaulich aufzuwerten. Im Ortskern wird so eine öffentlich nutzbare Grün- und Aufenthaltsfläche entstehen. Wie Kurz informiert, soll der Gestaltungsvorentwurf im Juli im Gemeinderat beraten werden, im September dann die endgültige Fassung vorliegen. Der Umbau ist im ersten Quartal des kommenden Jahres geplant.

Kosten und Bauzeit verkürzen sich

Er soll in die zeitgleich vorgesehene Sanierung der Wasserleitung in der Hindenburgstraße integriert werden. Durch die Bündelung beider Maßnahmen erzielt die Stadt „erhebliche Synergieeffekte“, hebt der Bürgermeister hervor. „Die gleichzeitige Ausschreibung und Vergabe beider Tiefbaumaßnahmen reduziert nicht nur die Belastung für Anwohnerinnen und Anwohner, sondern auch die Gesamtkosten. Zudem verkürzt sich die Bauzeit.“