HIV positiv in Baden-Württemberg Aids bei Frauen oft spät erkannt

Von Maria Wetzel 

Aids ist nicht nur Männersache. Ein Viertel der mit dem HI-Virus Infizierten in Baden-Württemberg sind Frauen.

An Aids sind in Baden-Württemberg seit 1984 mindestens 2600 Menschen gestorben Foto: dpa
An Aids sind in Baden-Württemberg seit 1984 mindestens 2600 Menschen gestorben Foto: dpa

Stuttgart - Ein Viertel der Menschen mit HIV in Baden-Württemberg sind Frauen. Dennoch hält sich der Irrglaube, dass HIV nur ein Thema für Männer ist, die Sex mit Männern haben, sagt Maike Biewen, Geschäftsführerin der AIDS-Hilfe Baden-Württemberg. Bei Frauen werde deshalb bei Arztbesuchen eine mögliche HIV-Infektion häufig übersehen und bleibe lange unbemerkt.

Pro Jahr stellen Ärzte bundesweit bei rund 700 Frauen HIV fest. Bei jeder dritten erfolgt die Diagnose erst im Stadium Aids oder wenn bereits ein schwerer Immundefekt vorliegt. Mehr als 1000 Menschen erkranken jedes Jahr, weil sie nichts von ihrer HIV-Infektion wissen.

Leitfaden für Frauenärzte

Um auf das Problem aufmerksam zu machen und einen schnelleren Behandlungsbeginn zu ermöglichen, hat die Deutsche AIDS-Hilfe einen neuen Leitfaden für Gynäkologinnen und Gynäkologen herausgebracht. Am Internationalen Frauentag am 8. März gehen die Aidshilfen in Baden-Württemberg auch in die Öffentlichkeit. „Noch immer mangelt es an Informationen und dem Zugang zu erschwinglichen Verhütungsmitteln speziell für Frauen“, kritisierte Biewen. So seien sogenannte Femidome, die anders als Kondome den Frauen selbst die Möglichkeit gäben, sich zu schützen, vielen unbekannt. Auch seien sie bisher kaum in Drogeriemärkten oder Apotheken erhältlich. „Hier wünschen wir uns dringend ein stärkeres Bewusstsein für die Belange der Frauen.“