Airport-Chefs ziehen positive Bilanz Flughafen floriert trotz sinkender Flugzahlen

Von Hildegund Oßwald 

2012 hat der Airport auf den Fildern nach Angaben der Geschäftsführer das zweitbeste Ergebnis seiner Geschichte erwirtschaftet. Die Aussichten für das laufende Jahr sind allerdings eher trüb.

Weniger Flüge, mehr Passagiere –  für den  Flughafen ein gutes Geschäft. Foto: Steinert
Weniger Flüge, mehr Passagiere – für den Flughafen ein gutes Geschäft. Foto: Steinert

Stuttgart - Der Stuttgarter Flughafen zählt weiterhin zu den profitabelsten in der Republik, auch wenn die jetzt vorgelegte Jahresbilanz für 2012 Plus und Minus ausweist. So sank die Zahl der Flugbewegungen entgegen den Erwartungen um 3,7 Prozent auf rund 131 500 Starts und Landungen. Schuld daran sind neben diversen Streiks vor allem die Sparmaßnahmen der Airlines, die zu Gunsten einer besseren Auslastung und höherer Ticketpreise ihr Angebot reduzieren und weniger, aber größere Flugzeuge einsetzen. Die Zahl der Passagiere hingegen kletterte im vergangenen Jahr um 1,5 Prozent auf etwas mehr als 9,7 Millionen. Und auch die Umsätze wuchsen um 1,5 Prozent auf 230,5 Millionen Euro, was der Flughafen Stuttgart GmbH (FSG) einen Gewinn von 30,3 Millionen Euro nach Steuern bescherte.

„Es war ein schwieriges Jahr, aber wir haben trotzdem das zweitbeste Ergebnis in der Unternehmensgeschichte erzielt“, zog Geschäftsführer Georg Fundel zufrieden Bilanz. Zum Abheben besteht für die Flughafenleitung dennoch kein Anlass. Denn die Luftfahrtbranche ist in Turbulenzen, der Kostendruck für alle Beteiligten gewaltig. Und die Zahlen fürs erste Quartal 2013 lassen für das laufende Jahr eine Flaute erwarten. „Die Zahl der Fluggäste wird um drei bis fünf Prozent zurückgehen, das Ergebnis eher bei 15 Millionen Euro als bei 30 Millionen liegen“, prognostizierte Fundel. Er sieht die FSG dennoch gut gewappnet, um auf Erfolgskurs zu bleiben: „Wir sind in der Lage, in den nächsten Jahren zu investieren, ohne uns zu verschulden.“

Die FSG-Geschäftsführer wollen weiter investieren

Insgesamt will die FSG 568 Millionen Euro in die Hand nehmen, um die Airport City weiter wachsen zu lassen. Größter Brocken ist laut Flughafendirektor Walter Schoefer der Flughafenbahnhof im Zuge des Bahnprojekts Stuttgart 21, von dem man sich bis zu 1,2 Millionen mehr Passagiere erhofft. Apropos: dass der von der FSG favorisierte Filderbahnhof plus jüngst an den Mehrkosten gescheitert ist, bereitet der Flughafenleitung kein Kopfzerbrechen. „Auch die Antragstrasse ist eine gute Lösung“, so Schoefer. Wichtig sei, dass jetzt überhaupt eine Entscheidung gefallen sei und planerische Klarheit über den Trassenverlauf bestehe – auch im Blick auf die geplanten großen Bauprojekte.

So wolle man im Sommer mit dem Bau der Deutschlandzentrale für 1600 Mitarbeiter von Ernst & Young beginnen, und im Herbst steht der Baustart für den Fernbus-Terminal und für das neue Bürogebäude für die Flughafengesellschaft an. 2015 will man alle drei Projekte fertiggestellt haben und mit dem Abriss des FSG-Bestandsgebäudes neue Projekte wie etwa ein weiteres Hotel in Angriff nehmen. Das neue Blockheizkraftwerk, mit dem sich der Kohlendioxidausstoß des Flughafens um 23 Prozent verringern wird, soll Ende 2013 in Betrieb gehen. „Damit werden wir unser Klimaziel 2020 bereits vorzeitig erfüllen“, betonte Schoefer.

Auch beim Parken und Einkaufen steigen die Umsätze

Auf Erfolgskurs sieht er auch die Geschäftsbereiche rund ums Fliegen wie Mietwagen, Parkhäuser und Shopping-Mall, die auch von den vielen Messebesuchern profitierten. Hier stiegen die Umsätze im vergangenen Jahr um 3,1 Prozent. Mit der laufenden Umgestaltung der Ladenflächen, so Walter Schoefer, habe man namhafte Marken dazugewinnen können. So sind am Flughafen jetzt auch Strenesse und Picard mit eigenen Shops vertreten.

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