Aki Raitelsberg in Stuttgart-Ost Ein Naturerlebnis für alle Generationen

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Der Aktivspielplatz Raitelsberg mausert sich zum grünen Kleinod inmitten der Stadt mit Pferden, Ponys, Schafen, Kaninchen und viel mehr. Künftig soll das Angebot noch weiter ausgebaut werden, zum Beispiel mit Hilfe einer Küche und eine Kleinkind-Spielbereich.

Andreas Pohl und seine Mitarbeiterinnen kümmern sich um die Tiere. Foto: Caroline Friedmann
Andreas Pohl und seine Mitarbeiterinnen kümmern sich um die Tiere. Foto: Caroline Friedmann

S-Ost - Es duftet nach frischem Heu und nach Pferdstall, ein zufriedenes Schnauben ist zu hören. Kaninchen knabbern an ein paar Grashalmen, ein schwarzes Schaf hält genüsslich die Nase in die Sonne. Wer nicht weiß, dass an der Poststraße, unweit der Bundesstraße 14, der Aktivspielplatz Raitelsberg liegt, wird sich kaum vorstellen können, dass sich dort eine kleine grüne Oase verbirgt. Doch den „Aki“, wie der Aktivspielplatz liebevoll genannt wird, gibt es schon seit mehreren Jahrzehnten. Bereits in den letzten Jahren hat sich viel auf der Jugendfarm getan: Das Gelände wurde von Schutt und Müll befreit, es wurden Gebäude saniert und neu gebaut. Vor Kurzem sind fünf Kamerun-Schafe eingezogen, zwei Shetlandponys werden ebenfalls bald auf dem Aki leben. Es gibt zwei neue Ställe für Hühner und Kaninchen und auch sonst soll sich noch einiges verändern.

Neue Holz- und Metallwerkstatt Ende Juni

„Wir bekommen bald 30 Serama-Zwergküken, die sind sehr zutraulich und kinderlieb und die Hähne bekämpfen sich nicht untereinander“, erklärt Andreas Pohl, der Vorsitzende des Vereins Aktivspielplatz Raitelsberg. „Außerdem wollen wir Platz für ein oder zwei weitere Pferde, Esel oder Mulis schaffen, die hier vielleicht ihren Lebensabend verbringen, und es wird eine kleine Koppel für die Tiere gebaut.“ Auch der Reitplatz, so Pohl, soll versetzt und vergrößert werden. Aus der kleinen Hütte, die auf dem Gelände steht, will Pohl einen Sommerstall machen.

Doch nicht nur für die Tiere soll der Aki schöner werden. Auch für das Wohlbefinden der Besucher will Andreas Pohl einiges tun. Denn in Zukunft will er mit seinem Angebot nicht mehr nur Kinder und Jugendliche erreichen, sondern auch deren Familien. So soll es demnächst einen eigenen rollstuhlgerechten Zugang zum Aki geben. Schon in dieser Woche wird das Werkstatthaus neu gestrichen, Ende Juni soll die neue Holz- und Metallwerkstatt fertig werden. Auch eine Küche soll das Werkstatthaus bekommen. Damit Küche und Werkstatt auch regelmäßig genutzt werden, wünscht sich Pohl einen oder zwei Ehrenamtliche, die Lust haben, gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen zu kochen oder handwerklich zu arbeiten. „Das könnte vielleicht ein rüstiger Rentner oder eine Rentnerin sein“, so Pohl. „Schließlich wollen wir hier auch gerne generationenübergreifend arbeiten, hier sind alle willkommen.“

Neue Spielhäuser am Hang

Zwei ehemalige Werkstatträume haben Pohl und sein Team bereits saniert und in Gruppenräume verwandelt. Dort können zum Beispiel Schüler- oder Kitagruppen gemeinsam vespern, die Räume stehen aber auch für Geburtstagsfeiern oder Seniorencafés zur Verfügung. Auf dem Stalldach will Pohl einen umzäunten Kleinkindbereich errichten, wo sich Eltern mit kleinen Kindern sicher aufhalten und bewegen können. Eine Tribüne am Bolzplatz ist ebenfalls geplant, „für Zirkusvorstellungen, Rhönradfahren oder ähnliches“, so Pohl. Zum Klettern für die Kinder und Jugendlichen wurden am Hang oberhalb des Spielplatzes bereits Plateaus und Hohlwege angelegt. Die alten Spielhäuser, die dort stehen, sollen noch entfernt werden. Stattdessen sollen Podeste gebaut werden, auf denen die Kinder unter Anleitung neue Spielhäuser errichten können. Auch die Treppe, die zum Hang hinaufführt, soll weichen. „Dafür hätte ich gerne eine Rutsche, damit die Kinder quasi in den Aki hineinrutschen können“, sagt Pohl. Für dieses Vorhaben suche er jedoch noch einen Sponsor.

Die Kosten für all seine Vorhaben beziffert Andreas Pohl auf etwa 140 000 Euro. Größtenteils werden die Maßnahmen von der Stadt finanziert, teilweise auch durch Privatspenden. Für einzelne Vorhaben, so Pohl, müsse er jedoch noch die entsprechenden Anträge stellen. Generell hofft der Vorsitzende des Aktivspielplatzes künftig auf höhere Zuschüsse seitens der Stadt. „In den letzten 20 Jahren hat es kaum Erhöhungen gegeben, das gilt für die meisten Jugendfarmen“, erklärt Pohl. „Deshalb haben wir gemeinsam mit dem Jugendamt ein Paket erarbeitet, das eine Grundförderung für alle Plätze und individuelle Bedarfe berücksichtigt. Entsprechend hoffen wir auf eine Erhöhung der Zuschüsse im nächsten Jahr.“

Diese Gelder würde Andreas Pohl auch gerne in mehr Personal investieren. Aktuell hat der Aki Raitelsberg zehn Mitarbeiter, „eine 120-Prozent-Kraft“ wünscht sich der Vorsitzende noch. Außerdem würde er die Öffnungszeiten des Aktivspielplatzes gerne auf sechs Tage pro Woche ausweiten – auch, um mehr Familien die Gelegenheit zu geben, die Farm zu besuchen. Denn schließlich, sagt Pohl, „ist es unser Ziel, den Platz als Naturerlebnis für alle zugänglich zu machen.“

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