Aktien-Ausblick Der Nahost-Konflikt hält die Märkte in Atem – sichere Anlagen sind Trumpf

Aktienhändlerin an der Frankfurter Börse – schwierige Zeiten Foto: AP/Michael Probst

Unsere Experten blicken auf die Börsenwoche. Die Angst vor einem geopolitischen Flächenbrand schürt Nervosität, schreibt Finanzreporter Hannes Breustedt

Die Sorge um eine weitere Zuspitzung im Nahen Osten treibt Anleger in die Defensive – der Dax ist auf den tiefsten Stand seit sieben Monaten gefallen. Solange die prekäre Lage anhält, bleiben sichere Anlagehäfen wie Gold oder Staatsanleihen gefragt. Ruhe wird diese Woche kaum einkehren: Neben geopolitischen Risiken müssen die Märkte viele Quartalszahlen, die EZB-Zinsentscheidung und Wirtschaftsdaten verdauen.

 

Überschattet vom Nahost-Konflikt hat die Berichtssaison bereits kräftig Fahrt aufgenommen. In den USA legen zahlreiche große Unternehmen ihre Quartalszahlen vor, darunter Schwergewichte verschiedenster Branchen wie Coca-Cola, Boeing, IBM, Amazon, Ford, Intel oder ExxonMobil. In Deutschland veröffentlichen unter anderem Mercedes-Benz und die Deutsche Bank ihre Bilanzen.

EZB dürfte vorerst stillhalten

Am Donnerstag stehen zudem die geldpolitischen Entscheidungen der Europäischen Zentralbank (EZB) an. Die Währungshüter dürften beim Leitzins zwar stillhalten, aber betonen, dass weitere Erhöhungen bei hartnäckiger Inflation nicht auszuschließen sind und nicht mit einem raschen Ende der Hochzinsphase zu rechnen ist.

In Deutschland wird am Mittwoch zudem der Ifo-Index für Aufmerksamkeit sorgen. Die größte Euro-Volkswirtschaft hat sich mit ihrer Konjunkturschwäche zum größten Sorgenkind der Währungszone entwickelt. Das dürfte sich in der Lagebewertung der vom Ifo-Institut befragten Firmenchefs widerspiegeln. Allerdings steigt langsam die Hoffnung auf ein Ende der Durststrecke.

US-Konjunktur brummt trotz hoher Zinsen

Die Stärke der US-Konjunktur erstaunt unterdessen viele Ökonomen. Trotz drastisch erhöhter Leitzinsen brummt die weltgrößte Volkswirtschaft weiter. Bei der Erstschätzung des Wachstums im dritten Quartal, die am Donnerstag erfolgt, trauen Experten den USA ein auf das Jahr hochgerechnetes Plus von deutlich über vier Prozent zu.

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