Frankfurt - An der Börse gibt es ab Donnerstag eine neue Autozulieferer-Aktie zu kaufen: Der Antriebstechnik-Hersteller Vitesco aus Regensburg löst sich endgültig vom Mutterkonzern Continental und wird an der Frankfurter Börse gelistet.
Am Tag der Abspaltung werden beide Unternehmen dem Deutschen Aktienindex (Dax) angehören, der damit vorübergehend auf 31 Titel erweitert wird. Nach Handelsschluss werde die Vitesco Technologies Group AG wieder aus dem Dax herausgenommen und das Gewicht von Continental im Index entsprechend angepasst, teilte die Deutsche Börse mit.
In der vergangenen Handelswoche hatte der Dax leicht nachgegeben – die hohen Corona-Infektionsraten und der Materialmangel in der Industrie lasten auf der Stimmung. Am Mittwoch werden neue Zahlen zur Industrieproduktion in den USA, in China und in der Eurozone zeigen, wie das verarbeitende Gewerbe durch den Sommer gekommen ist. In Washington werden am Donnerstag außerdem die Einzelhandelsumsätze für den Monat August veröffentlicht.
Beim Impfen haben die Europäer die Amerikaner überholt
„Das Hochfahren der US-Wirtschaft könnte einen Rückschlag erleiden“, warnt die hessisch-thüringische Landesbank Helaba mit Blick auf die Infektionsraten in den Vereinigten Staaten, wo die Sieben-Tage-Inzidenz je 100 000 Einwohner über 300 liegt. Bei der Impfquote haben die Europäer die USA mittlerweile überholt.
Während die vierte Corona-Welle an den Aktienmärkten zunehmend für Unruhe sorgt, spielt der Wahlkampf in Deutschland an den Börsen bislang kaum eine Rolle. Daran dürfte auch das jüngste Fernseh-Triell zwischen Annalena Baerbock (Grüne), Armin Laschet (CDU) und Olaf Scholz (SPD) wenig ändern. Nach Einschätzung der DZ Bank ist die diesbezügliche Gelassenheit der Märkte durchaus rational. Sie lasse sich damit erklären, dass „die deutsche Wirtschaft in den letzten Jahrzehnten immer stärker abhängig von der Weltwirtschaft wurde, auf die nationale Regierungen nur einen geringen Einfluss haben“.