Aktien-Vorschau für die neue Börsen-Woche Hoffen auf mehr Ölförderung

Eine Ausweitung der Ölförderung könnte den Preisanstieg bremsen. Foto: AFP

Unsere Börsenexperten blicken auf die kommende Woche. Heute: Warum das Opec-Treffen so wichtig ist – und weshalb die geplante globale Mindeststeuer Big-Tech-Aktionäre kalt lässt.

Frankfurt - Und sie verhandeln noch immer: Nach zwei erfolglosen Sitzungstagen kommen Vertreter der wichtigsten Ölförderländer am Montag erneut zusammen, um über eine Ausweitung der im Coronajahr 2020 deutlich reduzierten Fördermenge zu beraten.

 

Wegen der allmählichen Erholung der Weltwirtschaft hat sich Rohöl seit Jahresbeginn um rund 50 Prozent verteuert. Das treibt die Spritpreise und damit auch die Transportkosten für Waren in die Höhe. Überdies wird Rohöl für die Herstellung von Kunststoffen und anderen Vorprodukten benötigt. Auch für deutsche Industrieunternehmen ist der Ausgang des Opec-Treffens deshalb wichtig.

Auch Lieferengpässe belasten die Industrie

Stärker als die Verteuerung von Vorprodukten belasten die Unternehmen derzeit allerdings die Lieferengpässe. Die Commerzbank geht deshalb davon aus, dass die deutsche Industrieproduktion im Mai geschrumpft sein dürfte – harte Zahlen dazu werden am Mittwoch vom Statistischen Bundesamt veröffentlicht. Besonders schwer von Lieferproblemen gebeutelt ist die Autoindustrie, deren Verbandschefin Hildegard Müller ebenfalls am Mittwoch vor die Presse tritt.

Auf der anderen Seite profitieren viele Dienstleister von der Lockerung der Coronaregeln. Unter dem Strich erwarten die meisten Ökonomen für das laufende Quartal deshalb ein kräftiges Wirtschaftswachstum. Das dürfte am Dienstag auch das Konjunkturbarometer des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim bestätigen.

Finanzminister der G20 beraten über Mindeststeuer

Ab Freitag schließlich tagen in Venedig die Finanzminister der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G 20). Erwartet wird ihre Rückendeckung für eine globale Mindeststeuer für Unternehmen. Die in der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zusammengeschlossenen Staaten verständigten sich letzte Woche auf einen Mindestsatz von 15 Prozent.

Obwohl damit auch eine stärkere Besteuerung großer Digitalkonzerne angestrebt wird, sind die Aktienkurse von Google, Amazon und Co. weiter gestiegen. Eine weltweite Mindeststeuer wäre für sie wohl besser als ein Flickenteppich aus Digitalsteuern verschiedener Länder.

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