Aktienvorschau Der Börsenfrühling bleibt ungemütlich
Ausblick auf die Börsenwoche: Nach den jüngsten Kursrutschen sind viele Aktien wieder günstiger zu haben – allerdings hält das Zoll-Chaos viele noch vom Wiedereinstieg ab.
Ausblick auf die Börsenwoche: Nach den jüngsten Kursrutschen sind viele Aktien wieder günstiger zu haben – allerdings hält das Zoll-Chaos viele noch vom Wiedereinstieg ab.
Da hat man die Ersparnisse nicht nur auf dem Girokonto liegen lassen, sondern regelmäßig Beträge in Aktien oder Aktien-ETFs investiert. Und was erscheint beim Blick ins Portfolio in diesen Tagen? Wahlweise ein dickes Minus oder rot unterlegte Zahlen. Jedenfalls dann, wenn man viele US-Papiere im Depot hat. Diese zogen zuletzt auch den beliebten Börsenindex MSCI World runter. Wie geht es jetzt weiter ?
„Frühlingserwachen an der Börse sieht anders aus“, analysiert Finanzmarktexperte Robert Halver von der Baader Bank. Die Zollankündigungen Donald Trumps auf alle Auto-Importe zwängen die Weltkonjunktur und ihre exportlastigen Aktien weiter ein. „So lange hier keine Klarheit in Sicht ist, bleibt die Verunsicherung an den Börsen hoch“, gibt Halver zu Bedenken. Die Experten der Helaba sehen dadurch eine deutliche Stimmungseintrübung. Das Risiko einer weiteren Korrektur sei gestiegen, der übergeordnete Aufwärtstrend aber noch intakt.
Denn inzwischen sind viele Aktien wieder günstiger zu haben: Wenn auch weiter Risiken bestehen, tasten sich Schnäppchenjäger vorsichtig heran – das Zoll-Chaos hält aber viele noch vom Wiedereinstieg ab. Und auch die hierzulande im Zuge des gigantischen Schuldenpakets gestartete Dax-Rally geriet zuletzt ins Stottern. „Die hohen Kursschwankungen zeigen, dass die Anleger sehr nervös sind und dem Braten nicht wirklich trauen“, meint LBBW-Aktienstrategie Uwe Streich.
Zu Beginn der neuen Woche werden Zahlen zur Teuerung die Anleger in Atem halten, wenn die März-Inflationszahlen für Deutschland (Montag), sowie tags darauf die Verbraucherpreise für den Euroraum veröffentlicht werden (Dienstag). Gewichtiger dürfte jedoch, der von Trump angekündigte „Tag der Befreiung“ sein, ab dem die USA 25 Prozent Importzoll auf Autos verlangen (Mittwoch). Selbst zum Wochenschluss am Freitag kehrt keine Ruhe ein, wenn der US-Arbeitsmarktbericht vorgestellt wird.