Aktienvorschau Der Trump-Effekt lässt langsam nach
Ausblick auf die Börsenwoche: Der „Trump Trade“ verliert etwas an Schwung. Und: Kann der US-Chipriese Nvidia die hohen KI-Erwartungen erfüllen?
Ausblick auf die Börsenwoche: Der „Trump Trade“ verliert etwas an Schwung. Und: Kann der US-Chipriese Nvidia die hohen KI-Erwartungen erfüllen?
Das Comeback von Donald Trump brachte an den Finanzmärkten zunächst klare Gewinner und Verlierer hervor. Während die Hoffnung auf sinkende Steuern und Deregulierung US-Aktien nach oben schickte, setzte die Aussicht auf Strafzölle und Handelskonflikte Europas Börsen zu. Zuletzt ließ der Trump-Effekt jedoch etwas nach. Der Dax behauptet sich bislang über der Marke von 19 000 Punkten, bleibt aber unter Druck. Die Unsicherheit am Markt ist weiter hoch.
„Die Jahresendrallye findet dieses Jahr nur an der Wall Street und wohl nicht in Europa oder Asien statt“, befürchtet Chefstratege Robert Greil von der Privatbank Merck Finck. Allerdings ebbte die Euphorie auch an den US-Börsen in den vergangenen Tagen schon spürbar ab. Denn Trumps Wirtschaftsagenda könnte große Löcher in den strapazierten Staatshaushalt reißen und die Inflation wieder anfachen. Damit werden deutliche Zinssenkungen der US-Notenbank, die Aktienanleger herbeisehnen, ungewisser.
Auch Trumps bisherige Personalauswahl für Topposten in der neuen US-Regierung trägt wenig dazu bei, Bedenken von Investoren zu lindern. Statt auf Erfahrung und Qualifikation scheint er vor allem auf Loyalität zu setzen. Die geplanten Berufungen des skandalbehafteten Abgeordneten Matt Gaetz zum Justizminister oder des Impfskeptikers Robert F. Kennedy Jr. zum Gesundheitsminister lassen auch für weitere Schlüsselstellen das Schlimmste befürchten.
Die Berichtssaison ist derweil fast beendet, doch mit dem US-Chipriesen Nvidia gibt es noch einen hochkarätigen Nachzügler. Am Mittwoch nach US-Börsenschluss werden die Quartalsergebnisse zeigen, ob der Großprofiteur des Hypes rund um das Trendthema Künstliche Intelligenz (KI) die hohen Erwartungen abermals erfüllen kann.
Das von einer wirtschaftlichen Dauerflaute gebeutelte Deutschland steht nach dem Ampel-Aus vor vorgezogenen Neuwahlen. Ob dies etwas am Konjunkturpessimismus ändern kann, dazu gibt der Einkaufsmanagerindex am Freitag Aufschluss.