Aktienvorschau Die Angst vor der KI-Blase lebt
Vorschau auf die kommende Börsenwoche: Nvidia kann die Aktienmärkte nur ganz kurz beflügeln. Und der Dax kämpft um die 23 000er Marke. War es das mit der erhofften Jahresendrallye?
Vorschau auf die kommende Börsenwoche: Nvidia kann die Aktienmärkte nur ganz kurz beflügeln. Und der Dax kämpft um die 23 000er Marke. War es das mit der erhofften Jahresendrallye?
Der Höhepunkt der Vorwoche am US-Aktienmarkt wirkt in besonderer Weise global nach: Superchip-Hersteller Nvidia – nach Börsenkapitalisierung teuerstes Unternehmen der Welt – hat mit seinen Quartalszahlen die Erwartungen sogar noch übertroffen. Prompt kletterte die Aktie, um bis zum Wochenende gleich wieder deutlich abzufallen. Nun ist von einem Strohfeuer die Rede – und die Angst vor einer platzenden KI-Blase ist wieder virulent. Ist ja auch logisch, dass allein Nvidia die ohnehin schon astronomisch hohen Bewertungen der Techüberflieger nicht immer weiter nach oben ziehen kann.
Am grundlegenden Problem habe sich nichts geändert, analysieren die Strategen von LBBW Research. So lange die US-Giganten immer mehr und größere KI-Rechenzentren auf die grüne Wiese stellen, würden die Verkaufszahlen der KI-Halbleiterunternehmen hoch bleiben. Doch die Sorge vor Überkapazitäten wächst. Zu lange könnte es dauern, bis sich die riesigen Investitionen amortisieren, die zudem durch den Aufbau immenser Schuldenberge bezahlt werden. Ferner sei nicht absehbar, ob es Protagonisten wie OpenAI tatsächlich gelingt, KI-Sprachmodelle in hohe Profite zu verwandeln. Wenn Unternehmen aus dem KI-Sektor straucheln, wären auch die Chip-Produzenten davon tangiert.
Die LBBW-Analysten fühlen sich an das Platzen der Dotcom-Blase erinnert – mit heiß gelaufenen Märkten, sehr hohen Bewertungen und der Abhängigkeit des Marktes von nur einem einzigen Sektor. Ein „hochexplosives Gemisch“. Auch laut einer Fondsmanager-Umfrage der Bank of America glaubt mehr als die Hälfte der Befragten, dass KI-Aktien in einer Blase stecken.
Der Dax hat in der Vorwoche mehr als drei Prozent verloren und hängt nun wieder auf dem Niveau von Mitte Juni. Diese schlechte Stimmung dürfte er in die neue Woche mitnehmen, in der er womöglich den Kampf um die 23 000er Marke verliert. Jahresendrallye adé? Am Montag steht der Ifo-Geschäftsklimaindex auf der Agenda. Immerhin: es werden leicht höhere Werte als noch im Vormonat erwartet. Am Freitag werden vorläufige November-Inflationszahlen vermeldet.