Aktienvorschau Ein bisschen Konjunkturhoffnung
Ausblick auf die Börsenwoche: Die US-Wahlen werfen ihre Schatten voraus. Aber es gibt auch Lichtblicke für die schwache deutsche Wirtschaft, mein Finanzexperte Hannes Breustedt.
Ausblick auf die Börsenwoche: Die US-Wahlen werfen ihre Schatten voraus. Aber es gibt auch Lichtblicke für die schwache deutsche Wirtschaft, mein Finanzexperte Hannes Breustedt.
Das enge Rennen im US-Wahlkampf hält Anleger in Atem, die hohe Ungewissheit über die politische Zukunft der weltgrößten Volkswirtschaft bremst die Rekordjagd an den Börsen. Die Möglichkeit eines Comebacks von Freihandelsgegner Donald Trump als US-Präsident ist für die exportorientierte deutsche Wirtschaft keine gute Aussicht. Dennoch gibt es einen konjunkturellen Hoffnungsschimmer, der den Dax zuletzt etwas stützen konnten.
Nach monatelangem Abwärtstrend legte das Ifo-Geschäftsklima, das als wichtigster Frühindikator für die deutsche Wirtschaft gilt, im Oktober stärker als erwartet zu. Das Stimmungsbarometer liegt weiterhin auf niedrigem Niveau, signalisiert aber immerhin keinen tieferen konjunkturellen Abschwung mehr.
Die beherrschenden Themen am Markt bleiben indes der US-Wahlkampf und die Berichtssaison. In den USA erreicht der vierteljährliche Reigen der Quartalszahlen seinen Höhepunkt. Mit der Google-Mutter Alphabet (Dienstag) und dem Facebook-Konzern Meta sowie Microsoft (beide Mittwoch), Amazon und Apple (beide Donnerstag) gewähren fünf Tech-Schwergewichte Einblick in die Bücher, die wesentliche Kurstreiber der Börsenrallye sind. In Deutschland berichten Dax-Größen wie Adidas (Dienstag), BASF und Volkswagen (beide Mittwoch).
Der US-Wahltermin am 5. November wirft derweil seine Schatten voraus. Die Entwicklung an den Wettbörsen deutet auf gestiegene Chancen für Ex-Präsident Trump hin. An den Finanzmärkten sorgt dies für defensivere Positionierungen, erkennbar an höheren Anleiherenditen und einem erstarkten US-Dollar. Für den Welthandel stellt Trump, dessen Lieblingswort nach eigener Auskunft „Zoll“ ist, eine erhebliche Bedrohung dar.
Am Mittwoch stehen in Deutschland wichtige Preisdaten und die erste Schätzung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) im dritten Quartal an. Die Inflationsrate dürfte im Oktober zugelegt haben, allerdings unter dem Zielwert der Europäischen Zentralbank bei 2,0 Prozent verharren. Beim BIP rechnen Ökonomen mit einem leichten Rückgang.