Der September gilt traditionell als schwacher Börsenmonat – bislang macht er seinem schlechten Ruf alle Ehre. Sorgen um eine drohende Rezession in den USA stoppten die Rekordjagd an den Aktienmärkten und ließen auch den Dax deutlich zurückfallen. Diese Woche sind die Augen auf die Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) gerichtet. Doch die Musik spielt derzeit vor allem in den USA.
Harte wirtschaftliche Landung in USA befürchtet
Das große Ereignis steht erst am 18. September an, dann dürfte auch die US-Notenbank Fed die Zinswende einleiten. Sinkende Zinsen sind an den Finanzmärkten willkommen, dennoch trübte sich die Stimmung vergangene Woche deutlich ein. Grund ist die Befürchtung einer harten konjunkturellen Landung.
Dabei bestätigten die jüngsten Daten vom US-Arbeitsmarkt zwar einen Abwärtstrend, lieferten aber kein Alarmsignal, das größere Antikrisenmaßnahmen rechtfertigen würde. Das legt nahe, dass die Währungshüter um Fed-Chef Jerome Powell den Zinssenkungszyklus mit Augenmaß starten. Ob eine starke geldpolitische Lockerung noch positive Wirkung auf die Börse hätte, ist inzwischen ohnehin zweifelhaft.
US-Währungshüter sollten vorsichtig agieren
Angesichts der Rezessionssorgen, die bereits Anfang August zu Kursturbulenzen führten, sollte die Fed vorsichtig agieren. Einen Jumbo-Zinsschritt um 0,5 Prozentpunkte könnten Anleger auch als Signal für ein Umschalten in den Krisenmodus deuten. Das dürfte die Nervosität noch verstärken. In jedem Fall kommt den US-Inflationsdaten (Mittwoch) vor der entscheidenden Fed-Sitzung eine besonders hohe Bedeutung zu.
Fast schon entspannt angehen lassen, kann es dagegen die EZB. Im Euroraum hat sich die Lage an der Preisfront soweit entspannt, dass die Notenbanker um Präsidentin Christine Lagarde dem Zinsschritt um 0,25 Prozentpunkte vom Juni bei ihrer Ratssitzung (Donnerstag) ganz beruhigt einen weiteren folgen lassen können. Spannung versprechen hier vor allem die aktualisierten Projektionen zur Konjunkturentwicklung –und die Rückschlüsse, die sich daraus für den weiteren Zinspfad ziehen lassen.