Aktienvorschau Höher die Kurse nie steigen

Ein Prosit auf das vergangene Börsenjahr – zum dritten Mal in Folge wurden beim Dax Zuwächse im deutlich zweistelligen Prozentbereich erzielt. Foto: dpa

Die Anleger können gut gelaunt auf das Börsenjahr 2025 zurückschauen – und müssen im neuen Jahr angesichts der vielfältigen Risiken dennoch auf der Hut sein.

Politik: Matthias Schiermeyer (ms)

Kurz vor Jahresschluss ist Zeit für die (vorläufige) Endabrechnung: Insgesamt können die Anleger wahrlich zufrieden sein, denn es war ein überdurchschnittliches, wenn auch gänzlich widersprüchliches Börsenjahr. Zum dritten Mal in Folge hat der Leitindex Dax klar zugelegt – mit einem Plus von etwa 22 Prozent gegenüber Ende Dezember 2024 verlief der Aufwärtstrend ähnlich steil wie in den beiden Jahren davor. Auch Gold und Silber haben 2025 neue Spitzenwerte erreicht. Höher die Kurse nie steigen!

 

Dax kommt leicht vor den US-Leitindizes ins Ziel

Was hat es nicht alles an Widerständen gegeben: Donald Trump und der Zollkrieg sowie die nicht enden wollende Wirtschaftsflaute hierzulande wären allemal geeignet gewesen, die Aktienmärkte längere Zeit auf Talfahrt zu schicken. Doch dank des festen Euro kommt der Dax sogar leicht vor den US-Leitindizes ins Ziel. Aufgrund der deutlichen Abwertung des US-Dollars seien die Anleger in gleicher Währung mit europäischen Titeln am besten gefahren, so LBBW Research. Weitere Treiber der Aktienmärkte waren die Erwartung sinkender Leitzinsen in den USA und die Investitionen in Künstliche Intelligenz, die weit über die Wall Street hinaus Zukunftsfantasien beflügelten.

Obwohl der Dax im Dezember stabil dastand, blieb die erhoffte Jahresendrallye aus, sodass die LBBW-Analysten den Monat sogar als Enttäuschung werten. Offenbar hätten die Anleger schon sehr umfassend in Aktien investiert und könnten jetzt nicht mehr nachlegen. Gegenwind sei zuletzt vor allem von der Nasdaq gekommen – ein Zeichen, dass die KI-Fantasie an ihr Ende kommt? Das „Klumpenrisiko“ bei den großen KI-Werten schürt die Bedenken. Wenn die Zweifel an der dauerhaften Profitabilität der KI-Investitionen anhalten, dürfte der Jahresstart holprig verlaufen, heißt es skeptisch.

Ein Risikofaktor: die Staatsverschuldung der USA

An Risiken mangelt es wahrlich nicht: Abgesehen von den Börsenhochständen lassen auch die geopolitischen Auseinandersetzungen und die exorbitante Staatsverschuldung der USA befürchten, dass es im neuen Jahr zu einer harten Korrektur kommen könnte. Mit anderen Worten: Liebe Anleger, ein Prosit auf die Gewinne dieses Jahres! Und dennoch Vorsicht: Die Raketen können auch nach hinten losgehen.

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