Aktienvorschau Hoffen auf eine vorzeitige Bescherung

Laut US-Notenbank-Chef Jerome Powell gib es in dem über die Leitzinsen entscheidenden Gremium „stark unterschiedliche Ansichten darüber, wie im Dezember vorzugehen sei“. Foto: AFP

Vorschau auf die kommende Börsenwoche: Die US-Notenbank Fed zeigt sich uneins beim weiteren Umgang mit den Leitzinsen – und hält die Aktienmärkte in Spannung.

Politik: Matthias Schiermeyer (ms)

Tut sie es oder tut sie es nicht? Legt sie den Aktienmärkten am Mittwochabend um 20 Uhr (MEZ) eine Zinssenkung auf den Gabentisch oder hält sie sich zurück? Die US-Notenbank steht mal wieder im Scheinwerferlicht. Diesmal wird es sogar spannend, denn das Entscheidergremium ist gespalten.

 

Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer erwartet, dass die Fed die Leitzinsen um 25 Basispunkte senkt – letztlich werde sie bei einer Abwägung der Risiken den Arbeitsmarkt höher gewichten als die Inflation. Für 2026 hält er ein zunächst geringeres Zinssenkungstempo für wahrscheinlich – ferner schnellere Schritte von Juni an, wenn der Nachfolger von Jerome Powell im Amt ist. Dann dürften die Märkte aber auch die fragliche Unabhängigkeit der Notenbank kritisch beäugen und entsprechend sensibel reagieren.

Aktuell dürfte eine Zinssenkung vor dem Jahresende noch etwas Auftrieb bringen – für einen Dax, der seit Mai nur noch zwischen 23 000 und 24 600 Punkten schwankt. Die Luft für eine Jahresendrallye wird allerdings immer dünner. LBBW Research sieht den Leitindex sogar im „schleichenden Abwärtstrend“. Für den Blick nach vorne wird ein Langzeitvergleich der vergangenen 60 Jahre bemüht. Ergebnis: Wenn der Dax in der Zeit von Anfang Juni bis Ende November – so wie in diesem Jahr – seitwärts tendierte, waren die Perspektiven für die darauf folgenden 13 Monate am schlechtesten. Zudem fiel das Schwankungsrisiko besonders hoch aus.

Dax ist der Gewinnentwicklung der Unternehmen voraus

Zwar beträgt das Jahresplus des Dax derzeit rund ein Fünftel. Dass das Börsenbarometer der Gewinnentwicklung der Unternehmen vorauslaufe, sei zwar nicht untypisch, weil an den Aktienmärkten die Zukunft gehandelt werde. Allerdings schmälere dieser Umstand auch das Potenzial für die nächsten Monate, so die LBBW-Analysten.

In dieser Woche werden am Montag die Zahlen zur heimischen Industrieproduktion bekannt. Geht es dort endlich aufwärts?

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