Aktienvorschau Jahresendrallye ist noch nicht vom Tisch
Vorschau auf die kommende Börsenwoche: Die dunklen Wolken an den Börsen haben sich scheinbar verzogen. Ein altbekannter Konzern hat besonders entwickelt, meint unser Autor.
Vorschau auf die kommende Börsenwoche: Die dunklen Wolken an den Börsen haben sich scheinbar verzogen. Ein altbekannter Konzern hat besonders entwickelt, meint unser Autor.
So schnell geht das an den Börsen: Nachdem die Aktienmärkte die Sorgen um ein Platzen der KI-Blase vorerst verdrängt haben, steigt wieder die Hoffnung auf eine Jahresendrallye. Zwar hat der Dax im meist starken Monat November noch leicht verloren, doch zeigten die Anleger zuletzt wieder Kauflust.
Die KI-Werte seien geerdet, das Fundament sei robust und die US-Notenbank Fed sei auf Zinssenkung am 10. Dezember programmiert – die Ausgangslage für eine Jahresendrallye sei gegeben. So weit lehnen sich die Autoren des Bernecker-Börsenbriefs aus dem Fenster. Die Börsenlaune stehe und falle mit der Einschätzung, ob die Fed ihren Leitzins erneut senkt oder nicht, meint Robert Halver von der Baader Bank. Komme es jetzt zu keiner Zinssenkung, gelte sie aber nur als aufgeschoben. Und sollte von Mai 2026 an tatsächlich Donald Trumps Wirtschaftsberater Kevin Hassett der neue Fed-Chef werden, werde die Zinssenkungsfantasie noch fantasievoller.
Auch wenn die Jahresendrallye noch Ladehemmung habe, sollten die Anleger unbedingt dabei bleiben und günstige Einstiegsmöglichkeiten nutzen. Gerade fundamental aussichtsreiche, zyklische Branchen und Titel mit überzeugender Story, die noch günstig bewertet seien, böten sich für Käufe an.
Die LBBW-Strategen halten es für fraglich, dass noch eine Jahresendrallye folgt, und blicken nach vorne: Weitere Zinsschritte der Fed dürften den Dollar schwächen, was die teuren US-Aktien aus Anlegersicht noch unattraktiver mache, schreiben sie. Trotz aller Rückschlagsrisiken gehörten aber US-Titel weiter in die Depots. Dies habe etwa die Aktie der Google-Mutter Alphabet zuletzt eindrucksvoll bewiesen. Google wird als KI-Highflyer ausgemacht – der Konzern stehe offenbar kurz vor einem Großauftrag von Meta und möchte sich als Alternative zu Nvidia positionieren. Vom Sorgenkind (wegen ChatGPT) zum Überflieger – so rasch können sich auch Narrative im KI-Spektrum ändern.
In dieser Woche dürften die vorläufigen Inflationszahlen in der Eurozone für den Monat November am Dienstag oder auch die – mutmaßlich sinkenden – Auftragseingänge der deutschen Industrie im Oktober am Freitag von größerem Interesse sein.