Aktienvorschau Krieg in Nahost versetzt Börsen in Alarmmodus
Vorschau auf die kommende Börsenwoche: Die Eskalation im Iran und der Nahost-Region könnte den Welthandel vorerst bremsen. Die Nervosität an den Aktienmärkten ist groß.
Vorschau auf die kommende Börsenwoche: Die Eskalation im Iran und der Nahost-Region könnte den Welthandel vorerst bremsen. Die Nervosität an den Aktienmärkten ist groß.
Den Aktienanlegern bleibt gerade kaum etwas erspart: Vor gut einer Woche der Zoll-Irrsinn in den USA, Mitte der Woche die KI-Euphorie-Bremse mit dem Nvidia-Kursverfall trotz überraschenden Rekordumsatzes – und an diesem Wochenende der israelisch-amerikanische Angriff auf den Iran. Das ist der Stoff, der in der Vergangenheit Börsencrashs provoziert hätte. Diesmal müssen die Auswirkungen abgewartet werden. Die Aktienmärkte reagieren nicht mehr so panisch auf geopolitische Verwerfungen wie früher.
Die Eskalation in Nahost war zumindest einkalkuliert. Immerhin hat der Ölpreis seit seinem Tiefstand Mitte Dezember eine klare Tendenz nach oben. Weil der Iran den Konflikt sofort auf die Region ausweitet, könnte ein Ölpreisschock ein Ziel seiner aggressiven Gegenwehr sein. Hinzu kommt die Frage, ob das Rumpf-Regime in der Lage ist, die Straße von Hormus dauerhaft zu blockieren, um den Welthandel zu beeinträchtigen. Sollte der Konflikt über Wochen und Monate ausufern, sind globale Auswirkungen unvermeidlich. Gerade die wenig robuste Wirtschaft in Europa könnte darunter leiden. So dürfte die Nervosität der Anleger weiter wachsen.
Eine Entscheidung der Deutschen Börse könnte da völlig untergehen: Am Mittwoch werden die neuen Zusammensetzungen der Auswahlindizes veröffentlicht, gültig vom 23. März an. Längere Zeit war spekuliert worden, dass das Gründungsmitglied Lufthansa nach fast sechsjähriger Abwesenheit in den Dax zurückkehrt. Nun aber, meint LBBW Research, seien die Aussichten nicht mehr so günstig, weil Streiks von Piloten und Flugbegleitern den Aktienkurs belasten. Die Chance für ein Wiedersehen im Oberhaus wird nur noch mit knapp 50 Prozent bewertet.
Falls die Airline vom MDax aufsteigen sollte, müsste Zalando als kleinster Dax-Wert oder Scout24 absteigen. Ob hoch oder runter – beides kann die Kurse beeinflussen, weil Fonds, die den Index abbilden, umschichten müssen. Aktuell dürften die Lufthansa-Aktien noch vom Krieg in Nahost gedrückt werden. Wenn er länger anhält, müssen die Fluglinien auf der wichtigen Route in Richtung Golfstaaten teure Behinderungen oder Umwege in Kauf nehmen. Und derlei Krisen sind nie gut fürs Luftfahrtgeschäft.