Aktienvorschau Nach der EZB ist vor der Fed: Bremst die US-Notenbank die Börsenparty?

Aktienhandel an der Wall Street – geht die Rekordjagd weiter? Foto: AFP/DANIEL ROLAND

Ausblick auf die Börsenwoche: Die US-Währungshüter könnten die ausgelassene Stimmung am Markt rasch wieder dämpfen.

Die Weihnachtsrallye am Aktienmarkt scheint in diesem Jahr vorgezogen worden zu sein. Nach einem furiosen Höhenflug Anfang Dezember kehrte zuletzt wieder etwas Ruhe ein, die Zinssenkung der EZB konnte keine größeren Impulse mehr setzen. Das Börsenjahr kann mit einem Dax-Plus von derzeit über 20 Prozent eigentlich jetzt schon als großer Erfolg abgehakt werden. Doch in der letzten vollen Handelswoche 2024 stehen noch wichtige Ereignisse an.

 

Mit Trump steigen die US-Inflationsrisiken wieder

Im Fokus bleibt die Geldpolitik – nach der Europäischen Zentralbank (EZB) ist nun ihr US-Pendant, die Fed, am Zug. Die meisten Ökonomen und Investoren rechnen auch hier mit einem Zinsschritt um einen viertel Prozentpunkt nach unten. Anders als im Euroraum, wo die Wirtschaft schwächelt, brummt die Konjunktur in den USA. Dafür nehmen die Inflationsrisiken dort allerdings wieder zu, nicht zuletzt angesichts von Donald Trumps geplanter Agenda aus Zollerhöhungen, Steuersenkungen und Deregulierung.

Vor diesem Hintergrund versprechen vor allem die Projektionen der US-Notenbanker zur Zinsentwicklung und die Pressekonferenz von Fed-Chef Jerome Powell im Anschluss an die geldpolitischen Beschlüsse am Mittwochabend spannend zu werden. Sollten die Währungshüter die Erwartungen weiterer Zinssenkungen im kommenden Jahr dämpfen, könnten Börsianer allergisch reagieren. Am Donnerstag folgen auch noch die geldpolitischen Entscheidungen der britischen Notenbank und der Bank of Japan.

Ifo-Index: Positiver Stimmungsumschwung unwahrscheinlich

Am Dienstag wird mit dem Ifo-Geschäftsklima einer der wichtigsten Frühindikatoren für die deutsche Wirtschaft veröffentlicht. Angesichts der trüben Lage, Trumps Zolldrohungen und der politischen Lähmung durch das Ampel-Aus scheint ein positiver Stimmungsumschwung in den Chefetagen deutscher Unternehmen unwahrscheinlich. Für die Dax-Entwicklung spielt die deutsche Wirtschaftsflaute aber ohnehin eine untergeordnete Rolle – die meisten Unternehmen im Leitindex machen den Großteil ihrer Umsätze im Ausland und hängen mehr an der Weltkonjunktur als am Heimatmarkt.

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