Aktienvorschau Trump ist happy – alle anderen sind nervös

Ursula von der Leyen und Donald Trump – ihr Zolldeal für EU und USA ist eine Woche alt, doch viele Unklarheiten bleiben bestehen. Foto: picture alliance/dpa/AP

Vorschau auf die kommende Börsenwoche: Der US-Präsident Donald Trump verstärkt wieder einmal die Unsicherheit an den Börsen. Die Rekordjagd scheint vorerst passé zu sein.

Politik: Matthias Schiermeyer (ms)

Donald Trump hat längst eine eigene Börsenkolumne verdient. Woche für Woche beeinflusst der US-Präsident die Aktienleitmärkte in den USA und Europa. Die Irritationen, die er auslöst, drücken die Kurse nun nach unten. Die Rekordjagd ist vorüber.

 

Schwerer Schlag für die exportorientierte Industrie

Speziell das Zollchaos hält an: Vor einer Woche haben Trump und die EU ihren Deal abgemacht: 15 Prozent – ein Ergebnis, das als schwerer Schlag für die exportorientierte deutsche Industrie gewertet wird. Mitnichten herrscht nun Klarheit. Denn beide Seiten interpretieren den Kompromiss unterschiedlich. Auch hat Trump den Start der neuen Zollsätze kurzerhand auf den 7. August verschoben. Und Abkommen mit wichtigen Ländern wie China oder Kanada stehen noch aus.

Nicht nur Staaten, auch Branchen pickt sich Trump mit seinen „blauen Briefen“ heraus – zuletzt die Pharmaindustrie in Europa, weil seiner Meinung nach die Medikamentenpreise in den USA zu hoch sind. Hinzu kommt der Dauerkonflikt mit der Fed – zuletzt mit dem Rücktritt einer Fed-Gouverneurin, die am Mittwoch im Zentralbankrat mit der Mehrheit gegen eine Senkung der Leitzinsen votiert hat. Trump wittert jetzt seine Chance, die Fed umzudrehen. Er zeigt sich happy. Alle anderen sind hochnervös.

Nur drei Spitzenwerte sorgen für die gute Dax-Entwicklung

Mit August und September folgen die beiden Monate, die den Aktienmärkten bisher am häufigsten Kursverluste beschert haben, stellen die LBBW-Analysten fest. In diesem Jahr stimmen weitere Faktoren vorsichtig: Trotz der Belastung durch die Zölle seien Aktien teuer geworden – in den USA liege die Bewertung so hoch wie selten zuvor. Auch werde der gute Verlauf seit Jahresbeginn von wenigen Werten getragen: Rheinmetall, Siemens Energy und die Deutsche Bank machten zusammen rund die Hälfte der Dax-Entwicklung aus. Dies täusche über die Schwäche großer Teile der Aktienmärkte hinweg.

In der Vorwoche gab es heftige Hiobsbotschaften vor allem aus der Automobilindustrie – diese Woche werden wieder viele Quartalszahlen aus der Dax-Garde präsentiert. Wenn die Reihe der Gewinneinbrüche weitergeht, wird es wohl ungemütlich.

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