Die Zahl spricht für sich: Knapp 1400 Meldungen sind im Rahmen unserer Aktion „Achtung, Schulweg!“ eingegangen. Sie zeigen, wie wichtig Eltern dieses Thema ist, und dass die aktuelle Situation in Stuttgart für sie unbefriedigend ist. Mütter und Väter haben Angst, dass ihren Kindern was passiert, weil sie im Verkehr übersehen werden – sei es an einem schlecht beleuchteten Zebrastreifen, auf einer engen Straße ohne Gehweg oder an einer zugeparkten Kreuzung.
Auf Basis der vielen Hinweise ist eine umfassende Datensammlung entstanden. Die daraus generierte Karte kann Basis für weitere Schritte hin zu mehr Sicherheit auf den Straßen sein. Zum Erfolg konnte dieses Projekt nur dank der regen Beteiligung der Menschen in dieser Stadt werden. Dafür wollen wir uns bedanken.
Zum Glück gibt es nur sehr wenige Schulwegunfälle
Allerdings sind die mehr als 1300 Meldungen kein Indiz dafür, dass es für Kinder zu gefährlich ist, allein unterwegs zu sein. Die Statistik zeigt, dass es nur sehr wenige Schulwegunfälle gibt. Zum Glück! Und auch, wenn jeder einzelne Unfall einer zu viel ist, wird es absolute Sicherheit nie geben.
Dennoch sollten diejenigen, die für die Sicherheit im Verkehr verantwortlich sind, jede einzelne Meldung ernst nehmen. Denn eines zeigen diese ganz deutlich: Stuttgart ist nach wie vor eine autogerechte Stadt. Wer zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs ist, hat oft das Nachsehen. Das trifft insbesondere Kinder, aber auch alte Menschen.
Mädchen und Jungen sollen oft Umwege in Kauf nehmen, um möglichst sicher zur Schule zu kommen. So ist es zum Beispiel auf den Schulwegplänen der Stadt oft verzeichnet. Die Kinder sollen sich damit der Stadt anpassen, so hat es eine Mutter im Rahmen der Aktion formuliert und ein Umdenken gefordert. Es ist also an der Zeit, im wahren Wortsinn die Sicht der Kinder stärker einzubeziehen, wenn es um sichere Schulwege geht.