Am RKH Klinikum Ludwigsburg überraschte der Nikolaus am Samstag die Kinder. Die Bergwacht Unterland unterstützte die Aktion und brachte mit Geschenken Freude in den Klinikalltag.

Ludwigsburg: Nicole Töppke (top)

„Hallo Nikolaus“, rufen die Kinder, die am Samstagmittag am RKH Klinikum Ludwigsburg gespannt auf den Nikolaus warten. Es sind junge Patienten, die im Krankenhaus behandelt werden müssen. Aber auch Geschwister, Freunde und andere Kinder, die sich über die weihnachtliche Aktion freuen. Die ein oder anderen haben den Nikolaus und seine Begleiter schon auf dem Dach der Kinderklinik entdeckt.

 

Um 13 Uhr macht sich ein Engel, begleitet von einer weihnachtlichen Geschichte, auf den Weg zu den Kindern, und seilt sich vom Klinikdach ab. Aus einigen Fenstern schauen Kinder, Eltern und Klinikpersonal zu, winken heraus und freuen sich über die Abwechslung im Klinikalltag. „Es ist super schön, wie man mit einer Kleinigkeit den Kindern im Klinikalltag eine Freude machen kann“, sagt Ina Lohr. Die 28-Jährige ist bereits zum dritten Mal als Engel bei der Aktion dabei.

Nachdem auch das Rentier sicher auf dem Boden vor dem Klinikgebäude gelandet ist, seilt sich der Nikolaus winkend vom Hausdach ab. Kaum angekommen, ist er umringt von Kindern. Einige haben sogar ein Bild für ihn gemalt.

Auch ein Engel und ein Rentier waren mit von der Partie. Foto: Werner Kuhnle

Nikolaus-Abseilaktion begeistert Kinder

Bereits zum vierten Mal findet die Nikolaus-Abseilaktion gemeinsam mit der Bergwacht Unterland statt. Knapp ein Dutzend Ehrenamtliche der Bergwacht sorgen dafür, dass sich der Nikolaus, das Rentier und der Engel, sicher vom Dach abseilen können. Außerdem haben sie Geschenke für die Kinder gepackt, die durch Spenden finanziert wurden. „Es sind neben Süßigkeiten auch kleine Spielsachen in den Jutesäckchen, die man auch im Klinikalltag spielen kann“, berichtet Lena Bräuning von der DRK-Bergwacht Unterland.

Fingerpuppen und mehr für die Kleinen

Die Kinder freuen sich über Malbücher, Stifte, Flummis oder Pixi-Bücher. Der 13 Monate alte Henry ist mit seinen Eltern und seinem älteren Bruder gekommen. „Wir finden die Aktion sehr schön“, sagt seine Mama, die die Abwechslung vom Klinikalltag genießt. „Das sind tolle Geschenke. Bei uns war unter anderem eine Fingerpuppe drin“, sagt sie.

Alexander Tsongas, Sprecher der RKH Kliniken, freut sich über den großen Andrang. „Wir versuchen, den Kindern Freude zu schenken“, sagt er. Die Familien befinden sich im Krankenhaus in einer Ausnahmesituation. „Da tut eine Auszeit vom Klinikalltag gut.“

Matilda unterstützt den Nikolaus

Auch die Patienten, die ihr Bett nicht verlassen können, bekommen einen Besuch vom Nikolaus. Die 6-jährige Matilda wird zwar momentan nicht stationär behandelt, kennt sich aber im Krankenhaus bestens aus. „Wir sind alle vier Wochen zur Bluttransfusion hier“, erklärt ihre Mutter Sandra Ritter. Das aufgeweckte Mädchen leidet an der Diamond-Blackfan-Anämie, eine seltene, angeborene Blutkrankheit, bei der ihr Körper keine rote Blutkörperchen produzieren kann.

Eifrig hilft sie dem Trio, die Geschenke an die erkrankten Kinder zu verteilen. Ihr eigenes Geschenk möchte sie erst am Ende, ganz in Ruhe, öffnen. Der außergewöhnliche Besuch und die kleinen Geschenke bleiben den Familien sicher noch eine Weile in guter Erinnerung.