Herr K. transportiert seine Kinder im Lastenrad. Nur so kommt die behinderte Tochter zur Ruhe. Seine Frau starb nach der Geburt des zweiten Kindes an einem Gehirntumor.
Wenn Herr K. mit dem Lastenrad, in dem die beiden Kinder sitzen, durch die Gegend fährt, wirkt das entspannt: Der Mann tut etwas für die Umwelt und die Kinder sind an der frischen Luft, mag man denken. Das stimmt, aber die Gründe, weshalb der allein erziehende Vater so unterwegs ist, sind andere. Seine Familie wirkte auf den ersten Blick wie aus dem Bilderbuch. Sie kauften ein altes Haus auf dem Land, haben zwei Kinder, die Ehefrau konnte mit ihrem Beruf den größten Teil des Haushaltseinkommens beisteuern und der Vater renovierte in jeder freien Minute das Haus.
Die Tochter hat einen Gendefekt
Aber Herrn K. spielte das Schicksal mehrmals in brutaler Weise mit. 2010 zogen er und seine Frau in das Haus ein. 2019 wurde die Tochter geboren und da bekam Herr K. die Diagnose Darmkrebs. Heute gilt er als geheilt, aber die Angst, dass der Krebs wiederkommt, ist immer da. Schon bald befürchteten die frisch gebackenen Eltern, dass das Kind entwicklungsverzögert ist. Abwarten, rieten die Ärzte. Als das Mädchen mit drei Jahren bis auf ein paar Wörter immer noch nicht sprach, kam die Diagnose: Das Kind hat einen seltenen Gendefekt. Heute, mit sechs Jahren, ist es auf dem Stand eines zweieinhalbjährigen Kleinkindes und zu 80 Prozent behindert. „Sie hat keinerlei Gespür für Gefahrensituationen“, sagt Herr K. Und weil das Mädchen auf Fremde völlig normal wirkt, können die ihr Verhalten nicht einordnen. „Das macht es schwierig, denn die Leute meinen, das sei schlechtes Benehmen bei ihr“, erklärt der Vater.
Im Lastenrad wird das Kind ruhig
Früher nahm er die beiden Kinder im Fahrradanhänger mit, denn Radfahren beruhigt die nervöse Tochter. Jetzt mit über sechs Jahren und dem kleinen Bruder ist das zu schwer geworden und Herr K. hat ein Lastenrad gekauft, das mitwächst und für die Bedürfnisse behinderter Menschen geeignet ist. Damit fährt er den Sohn in die Kita, die Tochter in den heilpädagogischen Kindergarten und erledigt alle Einkäufe.
Mit der Freude über das zweite Kind brach für Herrn K. das größte Leid herein: Kurz vor dem Entbindungstermin hatte seine Frau aus heiterem Himmel einen epileptischen Anfall. Das Kind wurde mit einem Notkaiserschnitt geboren und ist gesund. Bei seiner Frau jedoch wurde ein aggressiver Gehirntumor diagnostiziert, der schon gestreut hatte. Trotz Operation und Chemotherapie war er unheilbar. Im Herbst 2022 ist sie gestorben.
Die Angst vor Krebs bleibt
Herr K. ist dankbar über jede Hilfe, die er von seiner Familie und vom Jugendamt erhält. Zu seiner Entlastung kommt viermal in der Woche für jeweils zweieinhalb Stunden eine Mitarbeiterin und kümmert sich um die Kinder. „Das ist eine Wahnsinnserleichterung, denn meine Tochter ist extrem anstrengend“, sagt Herr K. Im vergangenen Jahr erhielt er selbst die Diagnose Hautkrebs. Die Gefahr konnte durch einen Eingriff beseitigt werden. Aber die Angst bleibt.
Bis zum Sommer dieses Jahres hat er in Teilzeit in seinem Beruf gearbeitet. „Aber dann konnte ich einfach nicht mehr.“ Er war am Ende seiner Kräfte. Zermürbt hat ihn auch die Bürokratie: „Ich hatte stapelweise Formulare bei mir liegen, weil die Zuständigkeiten zum Beispiel für die Familienhilfe andere waren, solange meine Frau schwer krank war. Als sie verstarb, musste ich alles neu organisieren.“
Ablenkung beim Renovieren
Jetzt ist Herr K. mit der immer wieder verschobenen Renovierung des Hauses beschäftigt, solange die Kinder betreut sind. „Da kann ich etwas runterkommen beim Fußboden verlegen und auch die Küche ist noch nicht fertig.“ Er lebt von Arbeitslosengeld und der Witwerrente. Das Lastenrad ist noch nicht abbezahlt und er ist über jede Unterstützung dafür dankbar. „Hilfe für den Nachbarn“ bittet um Spenden, damit Herr K. wenigstens diese Erleichterung im Leben sorgenfrei annehmen kann.
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