Die Rückenschmerzen nahm die Kellnerin nicht ernst. Sie waren das Warnsignal für ihre Krebserkrankung gewesen. Jetzt kann sie von ihrem Krankengeld kaum leben.

Lokales: Sybille Neth (sne)

Die Rückenschmerzen waren zwar lästig, aber Frau S. hatte sich deshalb keine Sorgen gemacht. Bei Menschen wie ihr, die in der Gastronomie arbeiten und dauernd schwere Tabletts mit Geschirr und Speisen hin- und hertragen, tausende Schritte auf hartem Fußboden machen, treten solche Beschwerden leider häufig auf. „Dann habe ich verstärkten Haarausfall bekommen“, berichtet sie. Auch das nahm sie hin. Dann wurde ihr eines Tages bei der Arbeit schwindelig, sie stürzte und bekam Blutungen im Unterleib.

 

Ein Kollege fuhr sie ins Krankenhaus, und dort ließen sie Frau S. nicht mehr gehen. „Nach einer Stunde wussten die, was los ist“, erzählt die zierliche 44-jährige Frau. Die Diagnose war ein Schock: Frau S. hatte Gebärmutterhalskrebs. Drei Monate vor der Einlieferung ins Krankenhaus war sie bei ihrer Gynäkologin zur Vorsorge gewesen. Die hatte ihr geraten wegen einer Zyste an der Gebärmutter in die Klinik zu gehen. Das sei harmlos und könne mit Laser entfernt werden. „Sie hat nicht gesagt, dass ich Krebs haben könnte“, sagt Frau S.

Lungenentzündung wollte nicht heilen

Eines ihrer Kinder wohnt noch bei ihr und macht eine Ausbildung. Das andere ist bereits ausgezogen. „Meine Kinder waren jeden Tag bei mir im Krankenhaus“, erzählt sie. Frau S. ist seit vielen Jahren geschieden. Fünfmal wurde sie innerhalb eines Jahres minimal-invasiv operiert. Somit wurden ihr große Schnitte am Bauch erspart. Bei einem Eingriff jedoch wurde der Darm verletzt, und sie bekam eine gefährliche Entzündung.

„Weil ich so dünn bin, haben die Ärzte gesagt, dass sie nicht mehr durch die Bauchdecke operieren können. Ich würde das nicht mehr verkraften“, sagt Frau S. Es folgte eine Radio-Chemotherapie. „Jetzt spüre ich deutlich die Nachwirkungen der Behandlung“, sagt sie, ziemlich genau ein Jahr nach der Diagnose. So hatte sie kürzlich über Wochen eine Lungenentzündung, die nicht heilen wollte. Sie muss regelmäßig zu Kontrolluntersuchungen. „Und immer habe ich Angst, dass der Krebs wieder da sein könnte.“ Vor sechs Jahren war Frau S. schwanger gewesen. Das Kind wurde tot geboren. Ein schwerer Schicksalsschlag, den sie nicht überwindet. Danach war sie krankgeschrieben, und das fiel mitten in die Lockdowns während der Corona-Pandemie. Das Restaurant, in dem sie gearbeitet hatte, musste schließen. Der ganzen Belegschaft wurde gekündigt. Wegen ihrer Krankmeldung konnte ihr jedoch nicht gekündigt werden, also bat sie ihr Arbeitgeber, dies selbst zu tun. Sie kündigte und meldete sich beim Jobcenter arbeitslos. Jobangebote bekam sie keine, obwohl sie auf der Suche war. „Acht Monate habe ich auf mein Geld gewartet. Das Jobcenter wollte nicht zahlen“, berichtet sie. Schließlich wurde ihr Fall am Arbeitsgericht verhandelt, und das Jobcenter musste ihr das Arbeitslosengeld rückwirkend ausbezahlen.

Geld für Kühlschrank und Deutschlandticket

Zurzeit ist Frau S. sehr knapp bei Kasse, denn sie hat für den Mindestlohn gearbeitet. Deshalb erhält sie nur 1050 Euro Krankengeld. Solange sie gearbeitet hatte, kam sie gut zurecht, denn sie bekam reichlich Trinkgeld. „Davon habe ich gelebt und konnte sogar etwas sparen“, rechnet sie vor. Jetzt war sie wieder beim Jobcenter, weil sie einen Minijob sucht. Mehr kann sie in ihrem geschwächten Zustand nicht leisten. Aber sie erhielt die Auskunft, dass sie im Bezug von Krankengeld bleiben solle. Vermittelt werden könne sie nur, wenn sie sich für eine Vollzeittätigkeit arbeitssuchend meldet.

Nun benötigt Frau S. für ein halbes Jahr das Deutschlandticket, mit dem sie von ihrem Wohnort aus zum Arzt und in die Klinik fahren kann. Ihren Dispo-Kredit hat sie überzogen, und sie musste sich von ihren Kindern Geld leihen. Zudem ging der Kühlschrank in der Zeit kaputt. Von einer Bekannten bekam sie als Notbehelf ein Minigerät wie es in Hotelzimmern steht. Aber sie benötigt für ihren Zweipersonenhaushalt einen richtigen Kühlschrank. „Hilfe für den Nachbarn“ bittet um Spenden für das Ticket und den Kühlschrank.

Die Rente reicht nicht für einen Mantel

Frau E. ist Mitte sechzig und wartet auf einen Pflegeplatz. Sie ist seit Jahren chronisch psychisch krank und Epileptikerin. Ihr Zustand hat sich verschlechtert, als vor einigen Jahren ihr Sohn verstorben ist. Frau E. hat sich vor Kurzem von ihrem zweiten Ehemann getrennt. Sie bezieht eine Erwerbsminderungsrente und aufstockende Grundsicherung sowie Unterhalt von ihrem Ex-Mann. Alles zusammen reicht gerade zum Leben. Jetzt benötigt sie warme Kleidung für den Winter, Schuhe und einen Mantel. Dafür benötigt sie eine Spende.

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