Aktion in Fellbach gegen Nordostring Ritterschlag für den Widerstand

Die Wappen der Fellbacher (links) und Kornwestheimer Stadtlogo Foto: Andrang GmbH

Als Bürger von Fellbach engagiert sich Marcel Baars gegen den drohenden Nordostring. Jetzt hat er eine plakative Aktion gegen das umstrittene Straßenprojekt initiiert.

Fellbach - Als Kümmerer von Kernen setzt sich Marcel Baars seit 2016 für die Interessen von Handel und Gewerbe ein. Als Bürger des Fellbacher Stadtteils Schmiden engagiert er sich mit der gleichen Energie gegen den drohenden Nordostring. Der umtriebige 59-Jährige startet in diesen Tagen die Aktion „Revierverteidiger/in“. Ziel der plakativen Mobilisierung sei es, den Widerstand und Kampf gegen den unnötigen Straßenbau noch lauter und sichtbarer zu machen sowie weitere aktive Mitstreiter zu gewinnen, erläutert Marcel Baars.

 

Es werden gravierende Folgen für Landschaft, Natur und Tierwelt befürchtet

Sollte der Nordostring über das fruchtbare Schmidener Feld realisiert werden, werde dies gravierende Folgen für die Region, Landschaft, Natur, Tierwelt, Artenvielfalt, Landwirtschaft, Heimat, Lebensqualität und vor allem für die dort lebenden Menschen bedeuten, sagt Marcel Baars. Mit der Aktion „Revierverteidiger/in“ sollen die vom Straßenbau betroffenen Menschen als Mitstreiter und Botschafter gewonnen werden. „Es ist Zeit zum Handeln, zum Mitwirken und sich einbringen. Zeit, sich zu engagieren, zu schützen, aufzustehen und sein Revier zu verteidigen.“

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Symbol der Aktion „Revierverteidiger/in“ ist ein Ritter, beziehungsweise eine Ritterin, die anstelle eines Schwerts eine Garbe in der Hand halten und die Stephan Breit von der Waiblinger Agentur Andrang grafisch umgesetzt hat. Die Figur über dem Schriftzug „Revierverteidiger/in – Kein Nordostring“ soll unter anderem auf Buttons, Aufklebern, Tassen und T-Shirts erscheinen. Den Ritter oder die Ritterin gibt es auch mit einem Platzhalter für ein Wappen, das von den Kommunen, die gegen die autobahnähnliche Straße kämpfen, darunter in vorderster Reihe etwa Fellbach oder Kornwestheim, mit dem Stadtwappen personalisiert werden kann.

Die Kampagne fuße auf dem mittelalterlichen Gedanken der Ritterorden, einer Gemeinschaft mit Tugenden und dem Hauptzweck einer ideellen oder karitativen Aufgabe, und der Ritterbünde, die eher als politische oder wertorientierte Interessengemeinschaften zu sehen sind, erzählt Marcel Baars. „Die meisten aktuellen Ritterbünde sind heute nach dem Vereinsrecht geregelt und werden deshalb als Vereine angesehen.“

Ein Ritterschlag für die Menschen, die Widerstand leisten

Als Rittertugenden wurden in der mittelalterlichen Literatur Begriffe wie „mâze“, was so viel heißt wie Mäßigung, zuht (Anstand) oder manheit (Tapferkeit) angesehen. „Auch gute Umgangsformen und das Beherrschen der höfischen Etikette galten als wichtig“, sagt Marcel Baars. Die abendländische Tradition zähle sieben Tugenden auf: Glaube, Liebe, Hoffnung, Weisheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit und Mäßigung. „Sie dienen dem Menschen als Regeln für sein Verhalten und symbolisieren theologische, philosophische und ethische Ansprüche an jeden Einzelnen“, berichtet Marcel Baars. Die Aktion „Revierverteidiger/in“ setzt den Kampf gegen den Nordostring mit ritterlichem Wohlverhalten gleich. „Es ist quasi wie ein Ritterschlag für die Menschen, die gemeinsamen Widerstand gegen den Nordostring leisten und für ihr Revier kämpfen“, erklärt der Schmidener.

Ziel der Aktion ist es, bestehende Aktivitäten gegen den Nordostring zu unterstützen, noch mehr Aufmerksamkeit für das Thema sowie Bewusstsein für die Problematik des Straßenbaus über das fruchtbare Schmidener Feld zu erreichen, zählt Marcel Baars auf. „Damit hoffen wir, das Wirgefühl zu erhöhen, die Menschen mitzunehmen und somit noch lauter und sichtbarer zu werden.“ Und natürlich sollen mit der Kampagne weitere „Revierverteidiger/in“ gegen das Betonmonster gewonnen werden.

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