Aktion Stadtradeln Waldorfschule führt Böblinger Wertung an

Alle Jahre wieder wird fürs Stadtradeln getrommelt. Foto: /Simone Ruchay-Chiodi

Bei der Aktion Stadtradeln nehmen im Landkreis Böblingen derzeit fast 4200 Menschen und mehr als 400 Teams teil. Nach knapp zwei der drei Wochen sind schon rund 570 000 Kilometer zusammengekommen. In Böblingen führt die Waldorfschule am Herdweg das Klassement an.

Otmar Machauer ist ganz begeistert. „Als ich das Stadtradeln im letzten Jahr bei uns an der Waldorfschule eingeführt habe, waren noch nicht so viele dabei“, berichtet der 65-jährige Lehrer, „aber jetzt hat sich in manchen Klassen eine richtige Sogwirkung entfaltet.“ Über 70 Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Eltern machen mit, die Waldorfschule führt die Böblinger Stadtradeln-Wertung mit knapp 9000 gefahrenen Kilometern an – und das schon nach knapp zwei der drei Aktionswochen. „Viele machen eh den Schulweg mit dem Rad, aber einige Familien haben das jetzt auf den Alltag ausgeweitet“, erzählt das ADFC-Mitglied Machauer. Zudem sei die Umwelt-AG hoch motiviert dabei und habe kräftig die Werbetrommel gerührt – auch für den Mobilitätstag an der Waldorfschule an diesem Montag. „Da sollen dann wirklich alle mit dem Rad kommen“, weiß Otmar Machauer.

 

Ein Mercedes-Benz-Team liegt in der Gesamtwertung derzeit vorne

Seit 2008 gibt es die bundesweite Aktion Stadtradeln, die in den letzten Jahren enorm populär geworden ist. Um ein verkehrspolitisches Signal zu setzen, sind dann alle Menschen aufgerufen, drei Wochen lang möglichst viele Wege mit dem Fahrrad zurückzulegen. Für einen besonderen Reiz sorgen dabei die Team-Wertungen. Ob Freundesgruppe, Schule, Kollegenkreis oder Gemeindeverwaltung – im ganzen Kreis Böblingen sind aktuell mehr als 400 Mannschaften unterwegs, die bislang rund 570 000 Kilometer gesammelt haben. Eine Mercedes-Benz-Gruppe liegt in der Gesamtwertung derzeit vorne (11 200 Kilometer), aber Schulen und Vereine machen den Führenden Druck. Das Sindelfinger Unterrieden-Gymnasium sitzt in Lauerstellung. Neben der Waldorfschule liegt auch das Böblinger Albert-Einstein-Gymnasium gut im Rennen. In der Städte-Wertung ist Böblingen mit rund 70 000 Kilometern vorne, gefolgt von Renningen (65 000) und Leonberg (59 000). Bis 24. Juli läuft die Aktion, weiterhin lässt sich jederzeit einsteigen – pardon: aufsteigen.

Nicht nur über hohe Benzinpreise schimpfen

Für einen leidenschaftlich-ambitionierten Radfahrer wie Heiner Schill ist das Stadtradeln quasi Pflichtprogramm – auch wenn der 55-Jährige sowieso überdurchschnittlich viele Kilometer pro Jahr auf dem Sattel sitzt. „Ich mache gerne am Wochenende Ausfahrten oder drehe noch nach Feierabend eine Runde“, erzählt der Herrenberger, der zum Stadtradeln-Team der Firma „Star Cooperation“ mit Sitz auf der Hulb gehört. 1900 Kilometer ist die elfköpfige Mannschaft in den letzten zwölf Tagen bislang gefahren, allein knapp 800 davon gehen auf das Konto von Heiner Schill. „Am vergangenen Samstag war ich mit zwei Freunden am Bodensee – hin und zurück sind das 260 Kilometer“, berichtet er. Pendelt Schill dann auch mit dem Fahrrad zur Arbeit? „Im Moment nicht“, schmunzelt er, „bin im Homeoffice.“ Der passionierte Pedaltreter hofft, dass Aktionen wie das Stadtradeln, aber auch die verkehrs- und energiepolitische Lage allgemein immer mehr Menschen zum Umdenken bringt. „Es hilft ja nichts, nur über die hohen Benzinpreise zu schimpfen“, sagt er, „man muss eben auch was tun und umsteigen.“

Beim Stadtradeln lässt sich das vortrefflich ausprobieren.

Alle Infos zur Aktion und die aktuellen Kilometer-Stände stehen unter www.stadtradeln.de/landkreis-boeblingen im Netz.

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