Aktion Weihnachtsmann & Co. in Stuttgart Ohne Stand auf dem Weihnachtsmarkt geht es diesmal nur über Spenden

Standaufbau in vergangenen Jahren: Das wird dieses Jahr nichts. Foto: Lg/Leif Piechowski
Standaufbau in vergangenen Jahren: Das wird dieses Jahr nichts. Foto: Lg/Leif Piechowski

Der Verein Weihnachtsmann & Co. baut im Corona-Jahr keinen Stand auf dem Stuttgarter Weihnachtsmarkt auf. Das bedeutet, dass kein Geld aus dem Verkauf von Glühwein und Geschenkartikeln fließt. Wie können die sozialen und kulturellen Projekte dennoch unterstützt werden?

Stuttgart - Weihnachtsmann & Co. sammelt seit nun bald 45 Jahren immer zur Adventszeit mit seinen Aktionen am Verkaufsstand auf dem Stuttgarter Weihnachtsmarkt Spenden für soziale und kulturelle Projekte in der Region. Doch in diesem Jahr ist für den Verein wegen der Corona-Pandemie auch alles anders. Die Spendenaktion wird nicht wie gewohnt durchgeführt. „Wir sind in der Stadt nicht präsent“, sagt der Vereinsvorsitzende Thomas Zell. „Wir verzichten auf unseren Stand und haben alle unsere Veranstaltungen abgesagt.“ Diese Entscheidung traf das Team bereits, bevor die Stadt Stuttgart den Weihnachtsmarkt abgesagt hatte.

Die Sicherheit der Beteiligten stand an erster Stelle

Dennoch wird eine Spendenaktion stattfinden, nur eben nicht vor Ort. „Wir sind in diesem schwierigen Jahr ausschließlich auf Geldspenden angewiesen und rufen deshalb alle dazu auf, unser Anliegen auf diese Weise zu unterstützen“, sagt Zell. Firmen, die in den vergangenen Jahren Weihnachtsmann & Co. unterstützt hatten, und die Vereinsmitglieder wurden diesbezüglich bereits angeschrieben. Spenden von Unternehmen, Vereinen, Organisationen und Privatleuten können in jeder Größenordnung jederzeit auf das auf der Internetseite des Vereins genannte Spendenkonto getätigt werden. Als Grund für die Absage stand dem Team von Weihnachtsmann & Co. die Sicherheit der Beteiligten an erster Stelle. „Wir waren in Sorge um die Gesundheit der rund 400 Auszubildenden, 100 prominenten Gästen und allen weiteren Helfern, die sonst üblicherweise am Stand arbeiten und sich dort engagieren“, sagt Zell. Der Verkaufsstand ist für Weihnachtsmann & Co. nicht nur der zentrale Ort und vor allem das sichtbare Zeichen für die Spendenaktion. Ohne den Stand fällt mit dem Verkauf von Tagesessen und Glühwein sowie den Geschenkartikeln eine wichtige Einnahmequelle weg. Darum erwartet Thomas Zell heuer einen wesentlichen geringeren Spendenerlös als in den Vorjahren. „Gerade deshalb zählt für uns jeder Euro, damit wir den Projekten, die uns um Unterstützung angefragt haben, tatsächlich auch helfen können.“

Hauptprojekt der Förderung ist dieses Jahr eine Repairstation

Das Hauptprojekt, das Weihnachtsmann & Co. in diesem Jahr mit einer Anschubfinanzierung fördern will, ist die geplante Repairstation der Hilfe für Erziehung, eine Abteilung des Jugendamtes. Dabei geht es darum, Kindern und Jugendlichen handwerkliche und technische Fähigkeiten sowie die Begeisterung zu vermitteln, damit sie kleinere Geräte und Gegenstände wie einen Toaster, Staubsauger, eine Handtasche oder einen Stuhl selbstständig reparieren können. „Die Repairstation ist ein tolles Projekt“, sagt Zell. „Die Teilnehmer lernen, unsere Konsumgesellschaft infrage zu stellen und dass es nicht nur um Kaufen und Wegwerfen geht. Sie bekommen somit auch ein Gefühl für das Thema Nachhaltigkeit.“




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