Rund 400 Auszubildende helfen auf dem Stuttgarter Weihnachtsmarkt mit und verkaufen bei Weihnachtsmann und Co. Spielkettensägen und Weihnachtspunsch für die gute Sache.

Ein älteres Ehepaar nähert sich langsam dem großen Stand an der Königstraße auf dem Stuttgarter Weihnachtsmarkt, von dessen Dach ein riesiger Weihnachtsmann herunter blickt. Interessiert nehmen sie das Sortiment in Augenschein: „Was ist das denn, eine Kettensäge?“, fragen sie die beiden jungen Frauen, die hinter dem Tresen des Standes von Weihnachtsmann und Co. stehen, wo allerlei Geschenkartikel für den guten Zweck verkauft werden. „Ja eine Spielzeugkettensäge. Wäre das nicht etwas für Ihre Kinder?“, schlagen Vivien und Anna mit freundlichem Verkaufsgeschick vor.

 

Da diese schon zu alt seien,wird schnell eine funktionsechte Säge präsentiert – auch die gibt es im Sortiment. Kein Wunder, schließlich ist einer der Sponsoren von Weihnachtsmann und Co. die Firma Bosch. Dass sich die beiden jungen Frauen so gut mit dem Sortiment auskennen, hat aber noch einen anderen Grund: Die beiden sind Auszubildende bei Bosch in Feuerbach. Was sie heute in die Stuttgarter Innenstadt verschlagen hat? „Der gute Zweck“ erklären sie. Zusammen mit einigen anderen Azubis verkaufen sie hier ehrenamtlich die angebotenen Geschenkartikel – der Erlös geht an regionale Hilfsorganisationen.

Rund 400 Auszubildende helfen im Verkauf mit

Dass Azubis auf dem Weihnachtsmarkt helfen, ist bei Weihnachtsmann und Co. gute Tradition. „Rund 400 Auszubildende helfen hier im Jahr im Verkauf mit. Jeden Tag kommen sie von einer anderen Firma“, erklärt Alfred Hess, stellvertretender Vorstand bei Weihnachtmann und Co. Vivien und Anna, die eine Ausbildung zur Organisationsassistenz bei Bosch machen, erzählen, dass sie eine E-Mail bekommen haben, in der das Projekt erklärt wurde. „Da stand drin, man kann sich melden. Das haben wir dann gemacht“. Es sei nicht das erste Mal, dass sie sich ehrenamtlich engagieren, erklären sie weiter. „Auch die Tatsache, dass man sich einfach zurückmelden muss, fanden wir sehr komfortabel und einfach. So kann man helfen ohne großen Aufwand“, erzählen sie. Und weiter: „An Weihnachten geht es ja auch darum, etwas zurückzugeben und an andere zu denken. Außerdem war die Mail so einladend und nett geschrieben, dass wir nicht lange überlegt haben“, sagen die beiden Auszubildenden, die von 10.30 bis 16 Uhr am Stand verkaufen.

Wie es dazu kam, dass überhaupt Azubis jedes Jahr am Stand von Weihnachtsmann und Co. mithelfen, erzählt Alfred Hess: „Früher haben die Azubis am Stand ihre in der Ausbildung gefertigten Stücke verkauft – also zum Beispiel Schraubstöcke und solche Sachen. Man wollte die nicht einfach nur verschenken, sondern für die gute Sache verkaufen“. Das habe sich natürlich in den Jahren geändert, schließlich würden heute in der Ausbildung immer weniger Werkstücke gefertigt. Dass die Azubis heute helfen, habe sich daraus entwickelt und biete für sie immer noch einen Zugewinn: „Die Azubis haben aber natürlich dennoch den Benefit, dass sie gerade in technischen Berufen mit wenig Kundenkontakt hier mit Menschen ins Gespräch kommen“, sagt Hess.

Der Austausch mit anderen ist für alle ein Gewinn

Und auch für ihn selbst sei die Arbeit mit den Azubis immer wieder bereichernd, erläutert Hess. Schließlich könne man sich so jeden Tag mit jungen Menschen über die unterschiedlichen Ausbildungsberufe unterhalten. Dass der Austausch mit anderen für alle ein Gewinn ist, bestätigen auch die Azubis. Auch Milena und Isabella verkaufen am Sonntag im Stand und freuen sich über die Gespräche mit den Kundinnen und Kunden. „Die Stimmung ist gut und die Menschen sind nett und interessiert. Sie loben das Sortiment und freuen sich über viele Produkte“, berichten sie. Besonders Wein und Kekse haben die beiden bisher verkauft wie sie sagen – und somit schon einige Weihnachts- und Adventswünsche erfüllt.