An den nächsten drei Samstagen räumen freiwillige Helferinnen und Helfer wieder anderer Leute Dreck weg: In etlichen Esslinger Kreiskommunen finden „Putzete“ statt.

Region: Andreas Pflüger (eas)

Eigentlich ist es paradox: Da opfern Männer, Frauen und Kinder ihre Freizeit, um ehrenamtlich anderer Leute Müll einzusammeln. Die andere Seite jedoch: Würden sie es nicht tun, müssten die Kommunen eine Menge Geld aufbringen, um dem ganzen Dreck Herr zu werden. Oder es würde in Ort, Wald und Flur eben aussehen wie unter dem viel zitierten Sofa der Hempels.

 

Solange die Unsitte besteht, seinen Abfall – ob gedankenlos oder mutwillig – in der freien Landschaft zu entsorgen – sind sogenannte „Putzete“ geradezu unerlässlich. Denn es ist erschreckend was dabei allein im Kreis Esslingen an Unrat zusammenkommt. Doch derartige Aktionen haben nicht nur einen ökologischen Zweck.

Auch der pädagogische Ansatz ist wichtig

Sie sind, darin besteht bei einschlägigen Verbänden und Organisationen Einigkeit, auch pädagogisch sinnvoll, da diejenigen, die daran teilnehmen, sich künftig sehr genau überlegen, ob sie eine Zigarettenkippe, ein Bonbonpapier oder einen Pappbecher einfach irgendwo fallen lassen oder doch besser in einem Mülleimer werfen.

Dass es viele Menschen gibt, die sich in dieser Angelegenheit in den Dienst der Allgemeinheit stellen, werden die nächsten drei Samstage wieder zeigen. Los geht’s genau genommen aber bereits an diesem Freitag. 2344 Kinder und Jugendliche aus den Kitas und Schulen werden allein in Esslingen unterwegs sein, um ihre Stadt zu säubern.

830 Freiwillige haben sich in Esslingen bereits gemeldet

Tags drauf greifen dann ab 9 Uhr auch Vereine und Einzelpersonen in Esslingen zu Müllzange und Müllsack. Die Utensilien werden im Übrigen in weitgehend allen Kommunen von der Verwaltung zur Verfügung gestellt werden. 830 Freiwillige haben sich allein in der Stadt für die 24. Putzaktion bereits angemeldet. Wer sich spontan berufen fühlt, findet die jeweiligen Treffpunkte im Internet (esslingen.de/es-putzt).

Ob der Mitmach-Rekord von 2019, damals waren es 3395 Helferinnen und Helfer, erreicht wird, ist indes fraglich. Allerdings dürfte es die höchste Zahl seit dem Ende der Corona-Pandemie werden. Die Müllmenge in Esslingen hatte sich in den vergangenen Jahren jeweils bei etwa 50 Kubikmeter eingependelt. Gleichwohl gibt es Jahr für Jahr etliche kuriose „Funde“: Altreifen, Kühlschranke, Autobatterien, ja, selbst ein Sofa wurde schon „eingesammelt“.

Sechs weitere Kommunen sind am 14. März ebenfalls am Sammeln

Doch nicht nur in Esslingen ist am 14. März sauber machen angesagt: So geht es in Baltmannsweiler, Treffpunkt ist am Bauhof (Zinkstraße 101), ebenfalls um 9 Uhr los. Auch Filderstadt packt am Samstag bei seiner Markungsputzete zur gleichen Zeit an – und zwar in allen Stadtteilen. Die jeweiligen Treffpunkte sind auf der Homepage www.filderstadt.de zu finden.

In der Teckstadt Kirchheim geht es am 14. März bei einer Bachputzete ab 10 Uhr zur Sache: Dornbrunnenbach, Gießnau, Jauchertbach, Kegelesbach und Lindach stehen dabei im Visier. Weitere Informationen gibt es hierzu ebenfalls im Netz (www.kirchheim-teck.de/Bachputzaktion). Um 10 Uhr beginnt am Samstag auch die Nürtinger Stadtputzete. 20 Bezirke sind dafür eingeteilt worden, die auf der Website www.nuertingen.de/stadtputzete aufgelistet sind.

Gleichfalls am 14. März wird man in Wendlingen und in Wolfschlugen aktiv. In beiden Fällen treffen sich die Aufräumerinnen und Aufräumer am Feuerwehrhaus, in Wendlingen um 9 Uhr, in Wolfschlugen um 9.30 Uhr. Dort findet die Aktion unter der bewährten Regie des Schwäbischen Albvereins statt.

Am 21. März geht’s in sechs anderen Kommunen weiter

Eine Woche später sind dann etliche weitere Städte und Gemeinden am der Reihe. In Altbach geht’s am Samstag, 21. März, um 9 Uhr vor dem Rathaus los. Eine Anmeldung unter info@uwv-altbach.de oder telefonisch (01520/3023855) ist hier allerdings erforderlich. Das gleiche gilt auch für Deizisau (E-Mail: karipidis@deizisau.de), wo die Aktion allerdings schon um 8.30 Uhr am Bauhof beginnt.

In Hochdorf wiederum fängt die Markungsputzete am 21. März um 9 Uhr auf dem Parkplatz der Breitwiesenhalle an, während Leinfelden-Echterdingen erst um 9.45 Uhr vom Parkplatz des Sportparks Goldäcker aus startet. Hier sollte, wer hat, die notwendigen Sammelutensilien mitbringen.

Das ist in Lichtenwald ebenfalls erwünscht, wo einmal mehr die Naturfreunde-Ortsgruppe die Organisation der Putzete übernommen hat. Treffpunkt ist am 21. März um 9 Uhr am Bürgerzentrum des Orts. Ebenso aktiv werden die Müllsammler an besagtem Samstag in Plochingen. Diese kommen zunächst um 9 Uhr auf dem Marktplatz zusammen und sollten nach Möglichkeit Warnwesten und Handschuhe selbst mitbringen.

Auch am 28. März wird noch fleißig Müll gesammelt

Nachzügler
Sauber gemacht wird dann am Samstag, 28. März, auch in Denkendorf und in Neuhausen. In Denkendorf treffen sich alle, die helfen wollen, um 9 Uhr am Feuerwehrhaus. Treffpunkt in Neuhausen ist das Rathaus, wo es ebenfalls um 9 Uhr losgeht. Dort sollten die Sammlerinnen und Sammler die notwendigen Utensilien möglichst selbst mitbringen. Ansonsten wird das nötige Equipment zumeist gestellt. Handschuhe und Warnwesten gibt es jedoch nicht überall-

Belohnung
Worauf sich wiederum alle Putzwütigen freuen dürfen, ist ein ebenso deftiges wie kostenloses Vesper nach getaner Arbeit. Vielerorts, vor allem in den kleineren Kommunen, wird dieses in Form eines gemeinsamen „Picknicks“ an zentraler Stelle abgehalten.