Am Samstag, 12. Juli, lädt der Weltladen Filderstadt zum Aktionstag „wearfair – Faire Mode erleben“ mit Live-Musik und Fotoaktion ein. Auch das Label Global Mamas ist dabei.
Etwa ein halbes Jahr ist es her, dass der Weltladen Filderstadt von der Rosenstraße in die Fußgängerzone in Bernhausen gezogen ist. Die Verkaufsfläche habe sich im neuen Laden nahezu verdoppelt, sagt Ulrike Pfab vom Weltladenteam. Vieles hat sich verändert. Der neu gewonnene Platz zum Beispiel, wird mit einem deutlich erweiterten Sortiment an fair gehandelten Textilien gefüllt. Unter dem Motto „wearfair – faire Mode erleben“ veranstaltet das Team des Filderstädter Weltladens deshalb am Samstag, 12. Juli, von 9 bis 13 Uhr einen Aktionstag zu Kleidungsstücken, die fair hergestellt und fair gehandelt wurden.
Besucherinnen und Besucher erwartet ein abwechslungsreicher Vormittag in der Fußgängerzone in Bernhausen mit Informationen und einem kulturellen Rahmenprogramm: Der Weltladen informiert am Aktionstag darüber, wie Mode hergestellt und gehandelt wird – und bietet gleichzeitig ein Einkaufserlebnis mit bewusstem Mehrwert. Neben Rabatten auf ausgewählte Kleidungsstücke, erwarten die Besucherinnen und Besucher faire Snacks, ein Glas Sekt, Live-Musik einer Trommelgruppe sowie eine Fair-Fashion-Fotoaktion.
Snacks, Live-Musik und eine Fotoaktion
Der Schwerpunkt im Filderstädter Weltladen liegt auf Frauenmode, wird aber durch Herrenmode ergänzt. Im Sortiment finden sich unter anderem T-Shirts, Röcke, Westen und Pullover von insgesamt acht Fair-Fashion-Labels, also Modemarken, die sich auf eine gerechte Herstellung und einen gerechten Handel spezialisiert haben. Darunter ist auch das vielfach ausgezeichnete Label Global Mamas.
Global Mamas produziert seit 2003 in Ghana biofaire Kleidung und Accessoires in traditioneller Handarbeit. Rund 350 Frauen, darunter Näherinnen, Batik-Künstlerinnen, Perlenmacherinnen und Schneiderinnen, sind dort beschäftigt. Sie erhalten existenzsichernde Löhne, arbeiten unter sicheren Bedingungen und profitieren von Weiterbildungsangeboten.
Viele konnten sich durch ihre Arbeit bei Global Mamas zum ersten Mal ein eigenes Einkommen sichern, ihre Kinder zur Schule schicken oder medizinische Versorgung in Anspruch nehmen. Dieses Beispiel zeigt, welchen Unterschied es macht, faire Mode statt konventioneller Kleidung zu kaufen.
30 Millionen Menschen – viele unter ausbeuterischen Bedingungen
Laut der Organisation Greenpeace arbeiten rund 75 Millionen Menschen in der Textilindustrie, 85 Prozent davon sind Frauen, viele davon sehr jung. Ein Großteil von ihnen arbeitet unter ausbeuterischen Bedingungen. Der Sektor ist geprägt von komplexen Lieferketten, Ausbeutung und schwachen Arbeitsrechten. Arbeitszeiten von bis zu 70 Stunden pro Woche seien keine Seltenheit, sagt Pfab: „Akkordarbeit, Lärm, gesundheitsschädliche Chemikalien, Hitze, fehlende Toiletten sind an der Tagesordnung. Die Löhne reichen meist nicht zum Leben“. Die Organisation Femnet hat berechnet, dass bei einem T-Shirt für 30 Euro nur rund 20 Cent an die Näherin gehen.
Viele Verbraucherinnen und Verbraucher gehen davon aus, dass teure Marken bessere Bedingungen für die Näherinnen bedeuten. Oft produzieren sie aber genau in den gleichen Fabriken Südostasiens wie Billigmarken, sagt Pfab. Der Preisunterschied ergebe sich meist aus höherwertigen Materialien und Marketingkosten, nicht aus gerechteren Löhnen oder mehr Verantwortung entlang der Lieferkette.
Fairer Handel stellt dem eine Alternative entgegen: mit langfristigen Handelsbeziehungen, Transparenz, geregelten Arbeitszeiten und fairen Löhnen, die den Menschen vor Ort Perspektiven eröffnen.