560 Jobs stehen auf dem Spiel. Die IG Metall setzt ein Zeichen gegen die geplante Werkschließung von Bosch und ruft zum Protest auf. Wird Waiblingen am kommenden Montag laut?
Waiblingen steht still – noch. Doch am kommenden Montag, 24. November, könnte sich das ändern. Für diesen Tag ruft die IG Metall zum Protest auf: gegen die geplante Schließung des Bosch-Werks, für die Erhaltung von Arbeitsplätzen, für die Zukunft einer Region. Ob die Stadt mitzieht, bleibt offen. Doch der Appell ist eindeutig: „Diese Entscheidung betrifft uns alle – unsere Familien, unsere Region und die Zukunft des Rems-Murr-Kreises.“
Rund 560 Arbeitsplätze sind bedroht, weil der Konzern bis 2028 die Produktion von Steckverbindern am Standort Waiblingen einstellen will. Der Widerstand wächst – auch über die Werkstore hinaus.
„Kommt mit uns auf die Straße – laut und solidarisch!“
In einem eindringlichen Appell fordert die Gewerkschaft: „Kommt mit uns auf die Straße – laut und solidarisch!“ Der Aktionstag solle ein starkes Zeichen setzen. Nicht nur gegen Stellenabbau, sondern für eine Region, deren Zukunft auf dem Spiel stehe.
Susanne Thomas, Geschäftsführerin der IG Metall Waiblingen/Ludwigsburg, betont: „Ich erwarte nicht, dass 10.000 Menschen meinem Aufruf folgen. Aber ich erwarte, dass die, die auf die Straße gehen, ernst genommen werden – mit ihren Sorgen, Ängsten und ihrer Verantwortung für die Zukunft.“
Waiblinger Aktionstag gegen die Bosch-Schließung
- Start: Demonstrationszug: 24.11.2025, 11 Uhr, Syntegon, Stuttgarter Straße 130
- Kundgebung: 11.55 Uhr, Bosch Waiblingen, Alte Bundesstraße 50
- Teilnehmer: Alle sind willkommen
- Motto: „Laut. Entschlossen. Solidarisch.“
Bosch-Senioren „Dieses Werk gehört uns allen“
Die IG Metall macht deutlich: Die Werksschließung sei keine interne Angelegenheit, sondern ein Angriff auf das soziale Gefüge des gesamten Rems-Murr-Kreises. „Nein zum Stellenabbau, nein zur Werksschließung“ heißt es in dem Aufruf. Die Entscheidung von Bosch sei „ein Schlag ins Gesicht aller, die über Jahrzehnte mit Herzblut, Schweiß und Verstand das Werk aufgebaut haben“, schreiben ehemalige Beschäftigte in einem offenen Brief.
Für die früheren Bosch-Mitarbeiter ist klar: Es ist nicht hinnehmbar, dass ein traditionsreicher Standort ohne ernsthafte Alternativen aufgegeben wird. „Dieses Werk, dieses Erbe gehört uns allen – nicht den kalten Zahlenjongleuren in irgendeiner Vorstandsetage!“, schreiben sie. Auch heute noch stünden sie „mit Herz und Seele“ zur Seite – bereit, erneut für Mitbestimmung und faire Bedingungen zu kämpfen.
Nach Einschätzung der IG Metall könnte die Werksschließung weitreichende Folgen haben: „Gewerbesteuern würden wegbrechen, Läden und Handwerksbetriebe würden Kundschaft verlieren, und junge Menschen würden vor Ort keine Arbeit finden.“ Die Region laufe Gefahr, wirtschaftlich ausgehöhlt zu werden.
Kritik an Bosch-Politik: „Verlagerung statt Verantwortung“
Die Vertrauensleute von Bosch Waiblingen sehen in der geplanten Werksschließung den Ausdruck einer Konzernpolitik, die auf Verlagerung statt Verantwortung setze.
„Ohne uns läuft kein Wandel. Ohne Zusammenhalt und ohne Streik – wird sich nichts verändern“, lautet ihre Botschaft. Die Transformation der Industrie könne nur gelingen, wenn die Menschen mitgenommen würden – und nicht ersetzt.
„Jeder ist willkommen“: IG Metall hofft auf großen Protest
Der Demonstrationstag soll zum Wendepunkt werden. Man ist guter Dinge, dass viele Menschen den Weg vor das Werkstor finden. Die IG Metall zählt auf breite Beteiligung: „Jeder ist willkommen. Für Verpflegung ist gesorgt.“
In Waiblingen könne sich entscheiden, ob der Protest gegen Standortschließungen vereinzelt bleibt – oder ob aus Empörung Widerstand werde. „Wir geben nicht auf!“, schreiben die Bosch-Senioren. „Für uns. Für unsere Kinder. Für Waiblingen.“