Aktionswoche Vielfalt in Krankenhäusern Die RKH-Kliniken positionieren sich gegen Rassismus.

So präsentieren sich die Kliniken unter anderem auf Facebook und setzen so ein Zeichen gegen Rassismus. Foto: Screenshot

Aus mehr als 100 Nationen kommen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die im Klinikenverbund in den Landkreisen Ludwigsburg und Karlsruhe sowie im Enzkreis arbeiten.

Ludwigsburg: Sabine Armbruster (sar)

Menschen aus mehr als 100 Nationen arbeiten für die RKH-Kliniken an ihren Standorten in Ludwigsburg, Bietigheim, Markgröningen, im Enzkreis und in Karlsruhe. „Vielfalt ist bei uns Standard – nicht nur wegen der verschiedenen Herkunftsländer der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Vielfalt bereichert“, betonte Kliniken-Geschäftsführer Jörg Martin am Freitag.

 

An diesem Tag ging eine Aktionswoche der Vielfalt an den Kliniken zu Ende, bei der sich viele der insgesamt 8000 Beschäftigten der Kliniken über verschiedene Social-Media-Kanäle zu Demokratie, Vielfalt und Diversität bekannt haben – über ein eigens gedrehtes Video und Fotoserien. 12 000 Aufrufe habe der Film schon erreicht, freute sich Martin über die große Resonanz.

„Viele Kolleginnen und Kollegen haben uns angerufen und gesagt, dass sie sehr gerne dabei mitmachen würden“, sagte die Personalleiterin Carina Heitmann. Und so hält auf Facebook beispielsweise die Teamleiterin Annika Illner ein gelbes Schild mit dem Aufdruck „Vielfalt“ hoch, darunter steht: „Vielfalt ist im Krankenhaus unabdingbar, da im Krankenhaus die Gesundheit der Menschen im Mittelpunkt steht, unabhängig von ihrer Herkunft.“ Auf dem blauen Schild der Pflegefachkraft Maja Jakimova steht groß „Demokratie“, ihr schriftliches Bekenntnis lautet: „Nur mit Vielfalt und Toleranz wird die Würde und Individualität eines jeden respektiert und jede Form der Diskriminierung verhindert.“

Bunt gemischte Teams

Der Auslöser für die Woche der Vielfalt sei das durch Recherchen von Correctiv bekannte Treffen Rechtsextremer gewesen, bei dem es unter anderem um „Remigration“ von Menschen nicht deutscher Herkunft gegangen sei, so Martin. „Das konnten wir nicht so stehen lassen“, sagte er. Schon vor Jahren habe man einen Raum der Religionen in Ludwigsburg eingerichtet, in dem eine Bibel, eine Thora und ein Koran lägen und der sehr gut genutzt würde.

23 Prozent der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hätten keine deutsche Staatsbürgerschaft, sagte Heitmann. Auch sonst seien die Teams bunt gemischt, was beispielsweise Alter oder Behinderung betreffe. Damit sei die Vielfalt unter den Mitarbeitern ebenso groß wie die unter den Patienten. Probleme mit Patienten, die sich ausländischen Mitarbeitern gegenüber ablehnend verhielten, gebe es nicht, erklärte Martin. Allerdings seien in einem Flur antisemitische Schmierereien aufgetaucht, als die Kämpfe im Gaza-Streifen begannen. „Das haben wir sofort angezeigt, da gibt es null Toleranz“, betonte er.

Fachkraft für Integration und Diversität

Schon im Jahr 2012 sind die Kliniken der Charta der Vielfalt beigetreten, im letzten Jahr hat man zudem eine hauptamtliche Stelle für Integration und Diversität geschaffen. Anne Kathrin Müller hat in den letzten zehn Monaten diverse Impuls-Workshops gemacht. Ein gemeinsames Integrationskonzept sei in Arbeit, sagte sie.

Schon vor mehr als einem Jahr wurde an der orthopädischen Klinik Markgröningen ein interkulturelles Abendessen initiiert, berichtete der OKM-Geschäftsführer Olaf Spory. „Mitarbeiter kochen für Mitarbeiter einmal im Quartal verschiedene Gerichte aus ihren jeweiligen Ländern.“ Um kulinarische Vielfalt geht es auch bei einem Kochbuch der Kliniken, in dem nicht nur internationale Rezepte, sondern auch kleine Geschichten zu den jeweiligen Mitarbeitern zu finden sind. Mit der Woche der Vielfalt sind die diversen Aktionen aber noch nicht beendet. Im Eingangsbereich sollen Liegen aufgestellt werden, auf denen eine spezielle Folie aufgebracht ist, um dort für Vielfalt und Diversität unterschreiben zu können. Außerdem wollen die Kliniken auch künftig neu angekommenen Mitarbeitern dabei helfen, in ihren neuen Wohnorten eine Heimat zu finden.

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