An einem Hang im Kanton Wallis oberhalb des Dorfes Chippis klafft der Boden jeden Tag ein Stück weiter auf. Was passiert, wenn 500.000 Kubikmeter Erde ins Tal rutschen und der Fluss plötzlich gestaut wird?

Wochenend-Magazin: Markus Brauer (mb)

Im Schweizer Kanton Wallis hat sich an einem Hang ein Riss im Erdreich aufgetan. Sollte der Hang abrutschen, droht Gefahr für ein Dorf, wie die zuständigen Behörden berichten.

 
Die Bruchlinie ist inzwischen 250 Meter lang und zwischen 80 Zentimetern und einem Meter breit.  Foto: Laura Juliano/KEYSTONE/dpa

Spalt wächst jeden Tag weiter

Die Zone liegt in der Ferienregion Val d’Anniviers unweit von Sierre/Siders oberhalb des Dorfes Zippis. Dort wurde im Herbst eine Bruchlinie im Erdreich entdeckt, die inzwischen 250 Meter lang und zwischen 80 Zentimetern und einem Meter breit ist.

Hinter einer Absperrung ist ein Riss im Erdreich an einem Hang im Val d’Anniviers zu sehen. Foto: Laura Juliano/KEYSTONE/dpa

Der Spalt wächst jeden Tag um etwa zwei bis vier Millimeter. Geologen schätzen, dass bis zu 500.000 Kubikmeter Erdmasse abrutschen könnten.

Das wiederum könnte ein Flussbett der Navizence zuschütten, für einen Stau und Überschwemmungen sorgen. Der Fluss fließt durch Zippis mit rund 1500 Einwohnern. Die Behörden bereiten vorsichtshalber eine Evakuierung vor. Der Riss wird täglich überwacht.

Der Spalt wächst jeden Tag um etwa zwei bis vier Millimeter. Sollte das Erdreich abrutschen, droht Gefahr für Teile eines Dorfes. Foto: Laura Juliano/KEYSTONE/dpa/Laura Juliano

Blatten wurde im Mai 2025 verschüttet

Im Mai 2025 waren im Lötschental im Kanton Wallis Gestein und ein Gletscher abgebrochen und ins Tal gedonnert. Das Dorf Blatten wurde großenteils verschüttet, die restlichen Häuser gingen in dem See, der sich wegen eines gestauten Flussbettes bildete, unter.

Die Einwohner waren vorher alle in Sicherheit gebracht worden. In Blatten waren nach Schätzungen rund neun Millionen Kubikmeter Fels, Geröll und Eis abgestürzt.