Albert Hammond in der Stadthalle Und dann geht die Party richtig los

Von Marion Graeber 

Albert Hammond hat zu einer Reise in die Vergangenheit eingeladen. Sein Publikum dankte ihm begeistert.

Albert Hammond  – ein Künstler, der Musikgeschichte   geschrieben hat. Foto: factum/Granville
Albert Hammond – ein Künstler, der Musikgeschichte geschrieben hat. Foto: factum/Granville

Leonberg - Sie war nicht voll besetzt, die Leonberger Stadthalle. Schade eigentlich, denn da oben auf der Bühne stand ein ganz Großer. Einer, der Musikgeschichte geschrieben hat. Seine Lieder sind allgegenwärtig, ob von ihm selbst gesungen oder für Musikerkollegen geschrieben. Seit über 50 Jahren ist er im Geschäft. Aus seiner Feder stammen viele Welthits.

Auf seiner Songbook Tour nahm Hammond nun also seine Besucher auf eine Liederreise durch die Jahrzehnte der Pop-Geschichte mit. Anfangs noch verhalten. Ruhig stand er mit seinen vier Musikerkollegen auf der Bühne. Hammond selbst in Röhrenjeans, weißem Shirt und schwarzer Lederjacke. Ab und zu gab er kleine Einblicke, kleine Geschichten zu seinen Liedern. Er erzählte von seinen Freunden Chris de Burgh, Joe Cocker und Julio Iglesias. So sang er „To all the girls I loved before“, das der Zuhörer Julio Iglesias zuordnet, jedoch auch von Hammond stammt.

Hammond schrieb Songs für Whitney Houston, Tina Turner, Diana Ross, Tom Jones und Celine Dion, um nur diese Künstler zu nennen. Doch auch unter seinem Namen gelangen ihm viele Hits, wie „Moonlight Lady“, „New York City here I come“, und schon fast legendär „It never rains in Southern California“.

Die Gefühle schwappen über

Stimmte er seine Songs gefühlvoll an, schwappte dieses Gefühl wie ganz selbstverständlich auf die Zuhörer über. Andächtig wippen sie im Takt. Auch der Aufforderung des Musikers, alle mögen sich doch die Hände reichen, kommen viele nach. Bei den schnelleren Titeln wurde geklatscht. Mitgesungen wurde sowieso.

Nach knapp eineinhalb Stunden war der offizielle Part des Konzerts vorüber. Alle Besucher saßen bis dato auf ihren Stühlen. Doch mit Ende des Konzerts kam der Gedanke auf, dass die Party nun erst richtig los zu gehen scheint.

Plötzlich standen sie alle. Die Stühle, die eigenen Plätze gerieten in den Hintergrund. Sitzreihen schien es nicht mehr zu geben. Ein Publikum vorn am Rand der Bühne. Nah dran am Idol, am Künstler, am Musiker. Es wurde getanzt, geklatscht, gelacht und mitgesungen. Ist es nicht das, was sich ein jeder Musiker wünscht?

Eine echte Zuneigung, welche die Besucher der Stadthalle da Albert Hammond entgegengebracht haben. Auch eine Verneigung vor der Leistung dieses Musikers. Hammond zeigt sich seinen Fans gegenüber dankbar, nahbar. Er weicht nicht zurück, sondern steht ganz vorn. Nah dran am Publikum. Ein sicher ganz eigenes Gefühl – heimelig, in der Interaktion direkter. Ein riesengroßer Unterschied, betrachtet man das Bespielen großer Arenen.

Er tänzelt ab und an über die Bühne

Doch nicht nur mit seinen Konzertbesuchern ist Albert Hammond in Kontakt, auch seine Musikerkollegen sind stets in den Auftritt mit eingebunden. Da wird Rücken an Rücken getanzt und gemeinsam ein Gitarrenbattle gestartet. Hammond tänzelt ab und an über die Bühne, lässt seine Gitarre neue Höhen erreichen – ganz kurz unbespielt, Richtung Himmel geführt.

Sein Publikum dankte es ihm, wirkte glücklich, ihn und seine Lieder live erleben zu können. Gemeinsam schwelgen sie in Erinnerungen bei Songs wie „Down by the river“, „I don’t wanna live without you“, „One moment in time“, „Nothing’s gonna stop us“, „I’m a train“, „When I need you“ und „It never rains in Southern California“.

Eine gut durchdachte Lightshow setzt zusätzlich schöne Akzente. Ein Abend, der durchaus nachklingen konnte – bei Albert Hammond, seinen Musikerkollegen und dem Publikum gleichermaßen.