Albschule in Degerloch Eltern kritisieren Pläne der Stadt

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Der Elternbeirat der Albschule äußert sich zur von der Stadt geplanten Fusion mit der Filderschule. Die Mütter und Väter sind offenbar alles andere als begeistert und wünschen sich einen besseren Informationsaustausch.

Geht es nach den Plänen der Stuttgarter Stadtverwaltung, würden wohl vom Schuljahr 2017/2018 keine Erstklässler mehr an der Albschule anfangen. Die Zweit-, Dritt und Viertklässler würden ihre Grundschulzeit wohl noch dort absolvieren. Foto: Eveline Blohmer
Geht es nach den Plänen der Stuttgarter Stadtverwaltung, würden wohl vom Schuljahr 2017/2018 keine Erstklässler mehr an der Albschule anfangen. Die Zweit-, Dritt und Viertklässler würden ihre Grundschulzeit wohl noch dort absolvieren. Foto: Eveline Blohmer

Degerloch/Sonnenberg - Birgit Ghenidis war überrascht. Sie sagt, sie wusste nicht, dass die Stadt weiter an den Plänen feilt, Albschule und Filderschule zu fusionieren. Für sie war das Thema durch. „Davon war nichts mehr zu hören“, sagt Birgit Ghenidis, die Vorsitzende des Elternbeirats der Degerlocher Albschule. Das hieß für die Eltern so viel wie: Die Pläne sind nicht mehr aktuell.

Bürgermeisterin versteht Überraschung nicht

Die Schulbürgermeisterin Susanne Eisenmann versteht die Verwunderung nicht. „Dies wurde in verschiedenen Bezirksbeiratssitzungen in Degerloch sowie mit den Schulgemeinden unter großer medialer Begleitung ausführlich erörtert“, sagt sie. „Die Prüfung verlief über mehrere Jahre, beruht auf einem Gemeinderatsbeschluss von 2011 und kann deshalb für niemanden eine Überraschung darstellen.“ Die Stadt werde dem Gemeinderat im Frühjahr vorschlagen, die Albschule aufzugeben. Stimmen die Fraktionen zu, bekommt Degerloch eine Großgrundschule mit 600 Kindern. Der freie Platz der Albschule würde Wilhelms-Gymnasium und Fritz-Leonhardt-Realschule zugeschlagen. Die Überlegungen sind Teil des Schulentwicklungsplans, der 2011 präsentiert worden ist; er schätzt die Schülerzahlen bis 2020 und verschafft einen Überblick über Schularten und Gebäude.

Daraus ergeben sich verschiedene Empfehlungen. Eine davon ist eben die Fusion der Alb- und der Filderschule in Degerloch. Laut Eisenmann wäre es möglich, dass vom Schuljahr 2017/2018 an keine Erstklässler mehr an der Albschule anfangen würden.

„Das ist völlig unrealistisch“, sagt Birgit Ghenidis, Vorsitzende des Elternbeirats. Und nicht nur der Zeitplan leuchtet den Eltern nicht ein. „Der Elternbeirat ist wie schon 2011 vehement gegen eine Auflösung der Albschule“, sagt Birgit Ghenidis. Die Mütter und Väter wollen sich wenn nötig dagegen engagieren, Unterschriften sammeln, einen Brief an die Stadt verfassen. Das seien die nächsten Schritte, sagt die Vorsitzende des Elternbeirats. Voraussichtlich nächste Woche wollen sich die Eltern erstmals nach der Neuigkeit zusammensetzen. „Der Elternbeirat ist für einen Informationsaustausch“, sagt Birgit Ghenidis. „Bisher sind den Eltern noch keine Einzelheiten bekannt.“

Anonymes Grundschulzentrum

Die Albschuleltern seien „super zufrieden mit der Schule“, sagt sie. Es gehe sehr familiär zu, das wäre wohl nach der Fusion anders, befürchtet sie. „Das wäre ein wahnsinnig großes Grundschulzentrum“, sagt sie. „Das ist anonymer und bietet eingeschränkte Fördermöglichkeiten.“ Diese Sorge trieb die Albschuleltern bereits 2011 um. Genauso wie die anderen Argumente auch: der Schulweg sei – beispielsweise von Sonnenberg aus – zu weit, viele Eltern würden ihre Kinder vermutlich mit dem Auto zur Schule bringen, das Verkehrschaos vor der Filderschule sei programmiert.

Die Rektorin Maria Hezel hält sich zum Thema eher bedeckt. Sie verweist lieber auf die Vorzüge der Albschule: „Am Informationsabend am 22. Februar signalisierten über 80 Mütter und Väter Interesse an der Einschulung in der Albschule mit ihrem flexiblen Betreuungskonzept durch das Schülerhaus.“ Der Verunsicherung „konnte die Schule mit Zuversicht begegnen“.

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